INTERSPORT Blog | Johannes Stühlinger | Lesezeit: 8 Minuten

48 Stunden mit dem Bike am Wechsel auf den umliegenden Wexl Trails

Rauf, Runter, und alles ist gut. Wer mit seinen Kindern ein Bike-Abenteuer wagt, muss sich auf besondere Herausforderungen gefasst machen. Achtung, Spoiler: Auf den Wexl Trails in St. Corona wird dir aus nahezu jeder Eltern-Patsche geholfen.

Inhaltsverzeichnis

TAG 1, 9.00 UHR Vorsicht, Ameisen!

Für alle, die diesen Bike-Ausflug nachmachen wollen, ein kleiner Tipp vorweg: vielleicht nicht unbedingt mit dem „Ameisenpfad“ anfangen. Wir haben damit losgelegt – und Mama Yvonne samt Papa Felix schon zu Beginn des Zweiradspaßes eine kleine Diskussion mit ihrem Dreigestirn eingebrockt. Kernthema: „Wann gehen wir endlich Rad fahren?“ Trotzdem: Die 15 wunderbar gestalteten Erlebnisstationen über die Krabbeltiere mit den Superkräften ziehen am Ende doch alle drei Geschwister in ihren Bann.

Auf genau 1.743 Meter Seehöhe befindet sich der höchstgelegene Punkt am Hochwechsel. Der Trail dorthin: ein Gustostückerl für E-Biker.

Mit der Bike Shool Pekoll an den Wexl Trails

10.00 UHR Der Profi wartet schon

Danach ist es aber endlich so weit, und wir genießen ein besonderes Spezial-Feature der Erlebnisarena St. Corona am Wechsel: Hier ist alles in Gehweite erreichbar! Nur ein paar hundert Meter hangabwärts, und schon sind wir dort, wo Markus Pekoll auf uns wartet: beim Einstieg zu den unterschiedlichen Bike-Trails. Der einstige Mountainbike-Profi hat sich seit seinem Karriereende der Ausbildung vielversprechender Nachwuchsbiker verschrieben. Heißt im Klartext: In den kommenden zwei Tagen werden wir zu waschechten Mountainbikern und Mountainbikerinnen ausgebildet. 

10.15 UHR Biken will gelernt sein

So heißt es für uns und die drei quirligen Superbiker in spe vorerst einmal: aufsatteln – ohne Bodenhaftung. Vor seiner „Bike School Pekoll“ hat Markus nämlich ein Trockentrainingsmodul aufgebaut. Schon sitzt Emilian drauf und geht in Downhill-Position. „Ellbogen ein bisschen raus, wie beim Liegestütz“, kommt’s vom einstigen Profi. „Aber Kinder machen das meist von Natur aus richtig“, erfahren wir. Also sind bald die Eltern dran. Fazit: „Popo nicht nach hinten drücken!“ Und: „Nur mit einem Finger bremsen!“ Außerdem: „Kopf in einer Linie zur Wirbelsäule halten!“ Zwischendurch lassen uns helle Kinderstimmen wissen: „Wir fahren schon vor.“ Offensichtliches Ziel: ein sprudelnder Springbrunnen am Kinderspielplatz nebenan. Und die Blicke verraten: Wasserschlacht! Also lernt auch Markus Pekoll: Gegen kindliche Superkräfte ist selbst ein ehemaliger Sportprofi machtlos.

11.00 UHR Rauf. Runter. Rauf. Runter.

Aber, wie gesagt – hier ist alles in unmittelbarer Nähe. Also werden die Kids eingefangen, bevor sie endgültig pitschnass sind. Schon sind sie auf dem Zauberteppich unterwegs Richtung erstes Downhill-Erlebnis beim Mini Bikepark. Oben angekommen, trennt sich die Spreu vom Weizen: Rechts geht’s zum einfacheren Trail, links zum anspruchsvolleren. Weil sich Markus nicht zweiteilen kann, schnappt er sich Alva, und Papa Felix gibt den zweiten Coach. Schließlich ist er in Sachen Mountainbike nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen, sondern hat eine Menge Up- und Downhill-Kilometer auf der Habenseite. „Aber“, sagt Felix noch, bevor er seinen beiden Buben Spur nachdüst, „dafür will ich morgen eine private Pekoll-Lesson am E-Bike haben!“ Jetzt geht es aber erst einmal gefühlte 365-mal rauf und runter.

Insgesamt 8 Trails warten auf Kiddies, Anfänger, Familien, Freerider, Endurorider und alle, die gerne Mountainbiken.

14.15 UHR Einmal alles, bitte

Kinder in Action sind kaum aufzuhalten. Kinder, die hungrig werden, allerdings sehr leicht zu bändigen. Sofern man eine Lösung parat hat. Dieser Moment ist jetzt gekommen. Also: Ab in die Wexl Lounge, die nur wenige Schritte entfernt mit herrlichen Burgern und hausgemachtem Apfelstrudel lockt. Das Fleisch kommt vom nahen Biobauern, und der Wirt ist so natürlichfreundlich, dass man ihn am liebsten zu Tisch bitten möchte. Und die Kids? Haben gefühlt schon aufgegessen, bevor die Teller den Tisch berühren. Egal, es geht weiter wie zuvor: Rauf. Runter. Rauf. Runter.

19.00 UHR Schlaf, Kindlein, schlaf

Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie müde die drei Mini-Biker ins Bett fallen können! Das geräumige Dachgeschoß-Appartement in Weibels Pension (ja, zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar) wird regelrecht gestürmt. Noch schnell eine kalte Jause, Kakao und Früchtetee, dann ist das Trio auch schon im Träumeland. Weil sich unser Bierdurst ob des vielen Aufund-Ab in Grenzen hält, sind wir ebenso bald fertig für morgen.

TAG 2, 9.00 UHR Frühe Ausfahrt

Kaum ist das Frühstücksbuffet eröffnet, steht Markus Pekoll schon in der Tür. „Ich muss früher weg als gedacht“, sagt er. Wenn Felix ein Privatissimum mit ihm auf dem E-Bike haben möchte, dann also jetzt. Der Angesprochene springt auf – elektrisiert, will man fast sagen –, und auf geht’s über den Uphill Flowtrail Richtung Höhenluft. In wenigen Minuten ist St. Corona am Wechsel nur noch ein Punkt im Tal. Und Mama Yvonne? Die ist mit den Kids schon wieder bei „Rauf. Runter. Teil drei“!

3 Möglichkeiten, um zum Einstieg der Trails zu kommen: Uphill Flowtrail zum Bergauftreten, Schlepplift oder Shuttlebus zur Beförderung.

14.00 UHR Alles eine Frage des Spektakels

„Ich kenn die Trails jetzt echt schon auswendig“, merkt Matthäus bereits etwas raunzig an. Das nächste Mal probieren wir auch Trailpark und Flowtrail aus. Gerade ist Felix retour, und Yvonne hat die Lösung vor Augen: Da ist ein Motorikpark! Mit seinen Rutschen und Tunneln spektakulärer als jeder Ameisenpfad. Größter Vorteil: Von der sonnigen Terrasse der Wexl Lounge können wir den Kids beim Herumtollen zusehen. Und das Bier von gestern nachholen. Danach? Eine glatte Zehn auf der Müdigkeitsskala für Kinder, und der Tag endet wie jener zuvor.

TAG 3, 11.00 UHR Rodeln und johlen

Eines gleich vorweg: Heute ist an Mountainbiken nicht zu denken. Weil: großes Popo-Aua bei eh allen. Aber nur ein paar Minuten entfernt gibt’s eine Sommerrodelbahn. Nach der ersten Abfahrt ist klar: Das ist nicht irgendeine Sommerrodelbahn, sondern eine von den richtig guten! Man hört die Kinder bergab nur noch johlen und beim Raufkommen um die nächste Fahrt betteln. Sogar das gesparte Taschengeld wird im Geiste schon zusammengekratzt. Doch da lassen sich die Eltern freilich nicht lumpen – vor allem auch deshalb, weil sie selbst genauso viel Spaß haben wie ihre drei Superhelden. Also heißt es wieder: Rauf. Runter. Rauf. Runter.

40 Kilometer pro Stunde: So schnell wird man auf den 850 Metern der Sommerrodelbahn.

Tourismus am Wechsel

Anreise zum Wechsel

Von Wien kommend: auf der Südautobahn/A2 bis zur Ausfahrt 69 (Aspang/Edlitz). Weiter auf der Wechsel-Straße/B54 bis Aspang. In Aspang im Kreisverkehr die dritte Ausfahrt (Gutenberggasse) nehmen, gleich wieder rechts in die Bahnstraße, geradeaus weiter in die Mühlgasse, leicht rechts in den Ortsteil Sonneck und weiter auf der L137 in Richtung St. Corona. Im Ortsteil Unternberg unter der Stahlbrücke durchfahren und Parkplatz suchen.

Unterkünfte am Wechsel

Pension Weibel. Vor sechs Jahren sind Andrea und Csaba Weibel mit ihren drei Kindern nach St. Corona am Wechsel gezogen und haben ihre Pension aufgesperrt. Seither sind sie nur damit beschäftigt, dass es ihren Gästen gut geht. Und das gelingt! weibels-pension.at

Restaurants bei den Wexl Trails

Wexl Lounge. Die Wexl Lounge ist der Ort des Geschehens der Erlebnisarena und der Wexl Trails. Man überblickt den Mini-Bikepark und den Kinderspielplatz. Dabei können Eltern ganz gelassen eine wirklich gute Küche mit regionalen Spezialitäten genießen, während die Kids am Bike ihre Runden drehen. wexllounge.at

Bike School Pekoll

BIKE SCHOOL PEKOLL. Nach der Profikarriere gründeten Markus Pekoll und Christoph Eder ihre eigene Bikeschule. Jetzt zeigen sie als staatlich geprüfte Mountainbike-Guides und MTB-Trainer, wo’s langgeht. bikeschoolpekoll.com

GUT ZU WISSEN

Das Team der „Erlebnisarena St. Corona am Wechsel“ wird dem eigenen Motto „Von Natur aus ein Erlebnis“ wirklich gerecht: Hier wird einem natürlich rasch geholfen! erlebnisarena.at

Harald Tscherne

INTERSPORT TSCHERNE – Harald Tscherne

Wer mich kennt, weiß: Ich bin keiner für die blaue Piste – bei mir geht’s immer ordentlich zur Sache. Deshalb empfehle ich die echt rassige Abfahrt von der Almrauschhütte. Am besten mit dem E-Mountainbike hinauffahren und dann den rot markierten Trail nehmen. Spektakulär mit großartigem Weitblick! Wer kein E-MTB hat, kann entweder raufstrampeln und sich ordentlich auspowern – oder sich mit dem Shuttle raufbringen lassen. Spaß macht’s in jedem Fall.

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