INTERSPORT Blog | 4. Juni 2020 | Lesezeit: 5 Minuten

Schlafsack waschen. So geht's richtig!

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Auch du kennst vermutlich den Moment, wenn du es nach einer anstrengenden Wanderung kaum mehr erwarten kannst, endlich ins aufgebaute Zelt zu steigen, um aus dem kuschligen Schlafsack blickend die untergehende Sonne zu beobachten – wäre da nicht dieser muffige Geruch. Und das alles nur, weil man ihn nach der letzten Tour vergangenen Jahres einfach im Schrank verstaut hat. Wir zeigen dir in diesem Beitrag ein paar nützliche Tipps, wie du deine Schlafsäcke waschen und pflegen solltest.

Allgemeines über Schlafsäcke

Grundsätzlich gilt, dass du deinen Schlafsack nur dann waschen solltest, wenn es absolut notwendig ist. Zu häufiges waschen, ob per Hand oder maschinell führt dazu, dass der Schlafsack sein Loft/Cuin (die angegebene Einheit für die Schlafsackdicke) verliert. Im Deutschen reden wir auch von Bauschkraft und bezeichnen damit die Fähigkeit, sich nach der Kompression wieder aufzubauschen.

Getreu dem Motto so häufig wie nötig, so selten wie möglich gilt es erst einmal herauszufinden, wann es notwendig ist, den Schlafsack in die Waschmaschine zu stecken. Ein Outdoor-Artikel wird entsprechend genutzt. Die meisten Verunreinigungen lassen sich jedoch mit lauwarmem Wasser, einem feinen Schwamm und ein wenig Spüli beseitigen. Gleiches gilt für leichte Schweißränder oder Hautrückstände. Und dennoch, nach einer gewissen Zeit scheint es unumgänglich, seinem geliebten Schlafsack, nach dem Camping, einem Make-over zu unterziehen.

Den Schlafsack waschen

Es ist egal ob es sich um einen Mumien-, Trekking- oder irgendeine andere Schlafsackform handelt. Die wichtigste Unterscheidung liegt im Material. Wenn du einen oder aber mehrere Daunenschlafsäcke hast, solltest du ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl aufbringen. Natürlich bedeutet das nicht, dass ein Kunstfaserschlafsack beliebig oft in die Waschmaschine geworfen werden sollte.

Bevor wir jetzt zu den Unterschieden kommen, hier noch ein paar Tipps bzw. eine kurze Checkliste bevor es losgeht (dies gilt für jeden Schlafsacktyp unabhängig des Materials):

  1. Herstellerhinweise der Schlafsäcke beachten und befolgen

  2. Wenn nötig den Schlafsack auslüften lassen lassen und den Vorgang eventuell ein zweites Mal wiederholen.

  3. Mögliche Beschädigungen in Form von Rissen, etc. vor dem Waschen reparieren.

  4. Alle Schnürzüge öffnen sowie Reiß- und Klettverschlüsse schließen.

  5. Drehe den Schlafsack auf links! Dadurch schützt du die äußere Schicht, während das innere gereinigt wird.

  6. Spezielles Waschmittel für Daunenschlafsäcke bereitlegen.

  7. Finger weg vom Weichspüler!

 

Daunenschlafsack: So wäschst du deinen Schlafsack per Hand

Daunen sind sehr sensibel, weshalb wir dir bei der Reinigung zur Handwäsche raten.

  1. Am besten füllst du eine Badewanne mit lauwarmem Wasser und gibst ein wenig Daunenwaschmittel hinzu.

  2. Den Schlafsack nun in das Bad geben und dafür sorgen, dass das gesamte Gewebe nass ist. Versuche allerdings auf grobes Kneten und Reiben zu verzichten, um feine Nähte und Membranen zu schonen.

  3. Ist die gesamte Luft aus dem Schlafsackinneren entwichen, kann man ihn je nach Verschmutzungsgrad bis zu einer Stunde einweichen lassen.

  4. Die besonders dreckigen Flächen vorsichtig mit einem Schwamm bereinigen.

  5. Das Wasser ablassen und den Schlafsack mit kaltem Wasser ausspülen, bis sich kein Schaum mehr bildet.

  6. Das restliche Wasser ohne quetschen oder kneten ca. 15 Minuten ablaufen lassen.

 

Kunstfaserschlafsack: Die richtige Maschinenwäsche für deinen Schlafsack

Im Gegensatz zu den empfindlichen Daunen können Kunstfasern ein wenig mehr ab, weshalb sich hier neben der Handwäsche die Option der Waschmaschine anbietet. Doch auch hier gilt: Erst einmal die obere, allgemeine Checkliste abarbeiten. So ein Schlafsack saugt einiges an Wasser. Schau also, dass deine Trommel genug Volumen hat. Für einen Winterschlafsack braucht es eine Trommel mit ca. 7 kg Zuladung.

Nun zum Waschen:

  1. Allgemeine Checkliste abarbeiten.

  2. Waschmittel für Funktions – oder Feinwaschmittel für Kunstfasern verwenden.

  3. Schonwaschgang einstellen (nicht mehr wie 30 Grad)!

  4. Nach dem Waschvorgang folgen mehrere Spülvorgänge, bis sich kein Schaum mehr in der Trommel bildet.

  5. Schleudern: Bei ca. 500 Umdrehungen (nicht mehr!) verliert der Schlafsack noch einmal deutlich an Wasser, bevor auch er zum Trocknen aufgehängt werden sollte.

 

So trockne ich meinen Schlafsack

Jetzt, wo die Handarbeit vorbei ist, kommen wir zum Trocknen. Aber Achtung, wenn du glaubst, dass es eine gute Idee ist, seinen Schlafsack auf Extra-Trocken in den Trockner zu werfen, riskierst du Schäden am Material.

Sowohl für Kunstfaser-Schlafsäcke als auch für Daunenschlafsäcke gilt, dass der Schlafsack über ein Gestänge oder einen Wäscheständer horizontal hängen sollte – und das am besten über einem Abfluss oder irgendwo draußen, wo er nicht im direkten Sonnenlicht hängt. Wer seinen Schlafsack lediglich am hinteren Zipfel aufhängt, riskiert, dass die Füllung nach unten rutscht. Dies führt zu einem deutlich längeren Trocknungszeitraum sowie zu einer ungleichen Verteilung der Fasern.

Luftrocknen dauert seine Zeit. Durch mehrmaliges Wenden und sanftes Durchschütteln trocknen die Faser schneller, ohne das Material zu beschädigen.

Nach zwei bis drei Tagen an der Luft, kannst du nun zum nächsten Schritt übergehen. Dem Trockner!

 

Schlafsack in Trockner: Was beachten!

  1. Vergewissere dich, dass der Schlafsack zunächst einige Tage an der Luft getrocknet ist.

  2. Benutze nur ganz niedrige Temperaturen oder einen Schon-trocken-Gang, wenn vorhanden.

  3. Unser Tipp: Bis zu 6 Tennisbälle mit in den Trockner zu geben. Dies führt dazu, dass die Daunen beim Trocknen zusätzlich aufgelockert werden und sich gleichmäßig verteilen.

  4. Dein Schlafsack ist nun komplett gewaschen und getrocknet. Jetzt kannst du ihn wieder zusammenrollen und in den Schrank schmeißen – HALT STOPP!

 

So solltest du deinen Schlafsack lagern

Egal ob nach dem Waschen oder nach einem Campingtrip. Wer seinen Schlafsack langfristig nicht nur behalten, sondern auch vor unangenehmen Gerüchen schützen will, sollte sich auch mit der Lagerung beschäftigen. Gerüche entfalten sich besonders gut in kalten und feuchten Räumen, weshalb du darauf achten solltest, deinen Schlafsack irgendwo dort zu verstauen, wo es trocken ist. Um die Langlebigkeit zu erhöhen und um unangenehme Gerüche aus den Fasern zu bekommen, solltest du deinen Schlafsack zusätzlich in einem Netzbeutel aufheben – so kann mehr Luft im Gewebe zirkulieren.

Wer seinem Schlafsack noch etwas Gutes tun will, kann sich darüber hinaus noch ein Inlay zulegen. Eine Art Schlafsack im Schlafsack, wodurch das eigentliche Material geschützt wird. Auch bekommt man noch eine extra wärmendende Schicht hinzu. Wir hoffen, dass dir der kurze Exkurs über das Waschen und Pflegen von deinem Kunstfaser- oder Daunenschlafsack gefallen hat. Bis zum nächsten Mal.

 

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