Wintersport
So bereitest du dich optimal auf die Tourenski-Saison vor

Wenn die Tage kürzer werden und die ersten Nächte Frost bringen, beginnt für viele Bergsportler die wohl schönste Zeit des Jahres: die Vorfreude auf die Tourenski-Saison. Doch wer im Winter sicher, ausdauernd und mit Genuss auf Skiern unterwegs sein mö
Die Vorfreude auf die Tourenski-Saison. Doch wer im Winter sicher, ausdauernd und mit Genuss auf Skiern unterwegs sein möchte, legt den Grundstein dafür weit früher - idealerweise im Herbst. Denn Fitnesstraining, Skitechnik und Materialcheck greifen ineinander und machen den Saisonstart nicht nur effizienter, sondern auch sicherer.
Herbst ist Trainingszeit: Kraft, Stabilität und Kondition
Während die Tourenski noch im Keller stehen, läuft das Fundament der Saisonvorbereitung auf Hochtouren. Die Anforderungen beim Skitourengehen sind klar: kräftige Beine, stabile Rumpfmuskulatur, solide Grundlagenausdauer und koordinative Sicherheit auf wechselndem Gelände. Folgende Eckpfeiler sollten beachtet werden:
Krafttraining
Lege den Fokus besonders auf Beine, Gesäß und Rumpf. Klassiker wie Kniebeugen, Ausfallschritte, Step-Ups und Kreuzheben bilden die Basis. Für mehr Stabilität sorgen Übungen wie Planks, Burpees und Anti-Rotation-Übungen. Zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche reichen, um über den Herbst spürbare Fortschritte zu erzielen.
Ausdauer
Die langen Aufstiege im Winter verlangen eine gute aerobe Grundlage. Ideal dafür sind Läufe im niedrigen Pulsbereich (Zone 2), Wanderungen mit leichtem Gepäck oder längere Radtouren. Wer gern effizient trainiert, integriert 1 bis 2 Intervall-Einheiten wöchentlich, um die VO₂max zu steigern – gerade für steilere Passagen enorm hilfreich.
Koordination & Mobilität
Balance Boards, Slackline oder einbeinige Übungen verbessern den sicheren Stand. Ergänzend lohnt sich regelmäßiges Mobility-Training, besonders für Hüfte, Sprunggelenk und Wirbelsäule. Das zahlt sich später bei Spitzkehren und schwierigen Abfahrten aus.
Technik auffrischen: Ski fahren, bevor es ernst wird
Viele unterschätzen, wie viel Skifahren auf der Piste zur Saisonvorbereitung beiträgt. Im Herbst öffnen erste Gletschergebiete (Kitzsteinhorn, Hintertuxer Gletscher, Stubaier Gletscher etc.) – eine perfekte Gelegenheit, die Skitechnik zu verfeinern, bevor man im Gelände unterwegs ist.

Warum Pistentraining sinnvoll ist:
saubere Kurven fahren → bessere Kontrolle im Gelände
Grundposition stabilisieren → weniger Energieverbrauch
Bewegungsgefühl und Kraftübertragung schulen
Geschwindigkeit und Druckverhältnisse besser einschätzen
Besonders effektiv sind kurze, technisch fokussierte Einheiten: Carving-Übungen, einbeiniges Fahren, Rhythmuswechsel oder kurze, präzise Schwünge. Wer seine Technik auf der Piste verfeinert, spart später im Gelände nicht nur Kraft, sondern erhöht auch die Sicherheit.
Materialcheck: Jetzt prüfen, was im Winter funktionieren muss
Nichts ist ärgerlicher, als beim ersten Schnee am Parkplatz festzustellen, dass die Felle nicht mehr kleben oder die Bindung blockiert. Der Herbst ist die beste Zeit für einen gründlichen Materialcheck.
Checkliste Tourenski & Ausrüstung:
Ski & Kanten: Zustand der Lauffläche prüfen, Kanten schleifen lassen.
Bindung: Funktionstest, bewegliche Teile fetten, Auslösewert (Z-Wert) kontrollieren lassen.
Felle: Klebefläche inspizieren, ggf. reinigen oder erneuern.
Stiefel: Schnallen, Inserts und Innenschuhe checken.
LVS-Ausrüstung: Batterien erneuern, Funktionstest durchführen.
Rucksack & Notfallset: Schaufel, Sonde, Erste Hilfe – vollständig und einsatzbereit?
Eine professionelle Kontrolle im Intersport-Fachgeschäft bereits im Herbst verhindert Überraschungen und gibt Sicherheit für die ersten Touren.
Trainingsanpassung im frühen Winter: Schnee nutzen, aber clever
Sobald die ersten Touren möglich sind, lohnt es sich, das Training auf die Schnee-Realität umzustellen. Dabei gilt: behutsamer Einstieg, klarer Fokus.
Frühe Saison = Technik und Grundlagentraining:
Lange, gleichmäßige Anstiege mit moderatem Tempo helfen, die Form aus dem Herbst zu übertragen. Gleichzeitig trainiert man Kraftausdauer und schont Gelenke. Harte Intervalle oder anspruchsvolle Steilhänge kommen erst später, sobald Muskulatur und Sehnen „skitourentauglich“ sind.
Alternative Einheiten im Winter:
Langlauf als perfektes Ergänzungstraining
Schneeschuhwandern für konditionelle Grundlagen
Indoor: Bike, Rudergerät oder SkiErg für zielgerichtete Winterfitness
Mentale Vorbereitung: Sicherheit als Routine
Zur optimalen Vorbereitung gehört nicht nur Fitness, sondern auch mentale Klarheit. Der Winter im Gebirge fordert Entscheidungen, manchmal rasch und unter Druck. Der Herbst eignet sich bestens, um diese Abläufe zu wiederholen.
Je routinierter diese Schritte sitzen, desto entspannter und sicherer wird die Saison:
LVS-Routine üben – das spart später entscheidende Sekunden
Karten- und App-Navigation auffrischen
Lawinenlageberichte wieder aktiv lesen lernen
Tourenplanung: Höhenmeter, Exposition, Alternativrouten
Fazit: Ein guter Winter beginnt im Herbst
Die optimale Vorbereitung auf die Tourenski-Saison ist eine Kombination aus gezieltem Training, technischer Auffrischung, mentaler Klarheit und sorgfältigem Materialcheck. Wer im Herbst startet, profitiert im ganzen Winter: weniger Verletzungsrisiko, mehr Ausdauer, souveräne Abfahrten und vor allem mehr Freude im Gelände.


