Kind beim Sportunterricht

Autor: Ole Kliem | Lesezeit: 8 Minuten

Der Sportreport 2022 ist da: Darum geht uns Sportunterricht etwas an

In regelmäßigen Abständen befragen wir Österreicher und Österreicherinnen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welchen Stellenwert Sport in der Gesellschaft einnimmt. Die sich daraus ableitenden Prognosen helfen uns dabei, ein breites Sortiment für alle Gesellschaftsschichten zusammenzustellen.

So ergab die Umfrage, dass rund 94 % es für wichtig halten, wenn Kinder und Jugendliche bereits in jungen Jahren Sport betreiben.

Inhaltsverzeichnis

  • Wann mit Sport beginnen?
  • Warum Schulsport?
  • Mehr oder weniger Sportunterricht
  • Sind Eltern, vereine oder Schulen verantwortlich?
  • Wann mit Sport beginnen?

    Kind beim Sportunterricht

    Ab welchem Alter sollte man mit Sport beginnen? Diese Frage wird häufig in diesem Zusammenhang gestellt. Vertraut man auf die Stimmen der Befragten, dann ist mit 43 % das Volksschulalter (7 - 10 Jahre) die beste Zeit dafür.

    Diese Meinung deckt sich auch mit denen der Experten, die angeben, dass Sport mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 17 Jahren wichtig sei, da es die psychische, physische und soziale Entwicklung fördere. 

    Aber wie viel Bewegung?

    Die WHO unterscheidet in dieser Frage. Unterteilt wird hier in die Gruppe der 5 bis 17 Jährigen und in die der 18 bis 64 Jährigen. Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 bis 17 Jahren sollten sich täglich mindestens 60 Minuten intensiver bewegen – besser jedoch mehr. 

    Die Integration in den Alltag meistern

    Sieben Mal intensiv Sport á mind. 60 Minuten ist eine ganz schöne zeitliche Belastung. Sowohl für Familien, Schulen und Vereine. Die Aufgabe liegt darin, Angebote zu schaffen, um dieses Pensum zu stemmen, ohne als Elternteil den halben Tag im Auto zu verbringen. 

    Auf eine Frage im diesjährigen Sportreport, wer denn jetzt in der Verantwortung stehe, antworteten die Befragten wie folgt:

    • >69 % mit Eltern
    • 62 % mit Schule
    • 60 % mit Familie
    • 40 % mit Freunden
    Kind beim Sportunterricht

    Jedoch ist Sport nicht nur auf dem Papier wichtig. Der Sportunterricht zählt zu den beliebtesten Fächern bei österreichischen Schulkindern. Wie eine Umfrage aus 2022 von Statista nämlich belegt, gibt es klare Unterschiede in der Beliebtheit zwischen Jungen und Mädchen. 41,2 % der befragten Jungen zwischen 6 und 12 Jahren gaben an, dass Sport ihr Lieblingsfach sei. Damit ist Sport bei Jungen auf Platz eins und Mathe mit 17,9 % auf Platz zwei. 

    Die befragten Mädchen lieferten ein anderes Ergebnis: Mit 11,4 % teilt sich der Schulsport den dritten Platz mit Musik.

    Doch welchen Stellenwert können wir diesen Zahlen beimessen? Denke ich an meinen Sportunterricht zurück ging es mir darum, Spaß zu haben, mich zu bewegen und eine Pause von den harten Schulbänken zu haben. Dass der Sportunterricht möglicherweise auch einen Bildungsauftrag hat, konnte und wollte ich mir damals nicht vorstellen. Der Schulsport nimmt bei Jungen und Mädchen gleichermaßen einen hohen Stellenwert ein. Doch es steckt mehr dahinter, als sich zwischen Mathe und Englisch auszutoben.

    Warum Schulsport?

    “Wofür brauche ich das später?” ist eine Frage, die uns nur allzu häufig durch den Kopf ging, während der Blick durch den Klassenraum wanderte und man sich überlegte, wie man den Nachmittag verbringen könnte. Natürlich werden wir in unserem Alltag nur selten in die Situation kommen, einen Vorwärtsrolle vorzuführen oder an einem Barren unser Können zu demonstrieren. Die Fähigkeiten, die im Schulsport unterrichtet werden, liegen tiefer:

    • Soziale Aspekte: Beim Schulsport geht es darum, mit Gleichaltrigen soziale Fähigkeiten zu erlernen. Spielerisch geht es um das Einhalten von Regeln, Fairness, Umgang mit Sieg und Niederlage, Rücksicht auf Mitspieler, sich für andere einzusetzen und das Übernehmen von Verantwortung innerhalb eines Teams. All das sind Fähigkeiten, die für ein soziales Zusammenleben in einer Gesellschaft wichtige Faktoren sind.
    • Physische Aspekte: Felix Neureuther erwähnte einmal, dass drei von zehn Kindern keinen Purzelbaum mehr können würden. Nun geht es beim Sportunterricht nicht allein um die Fähigkeit eines Purzelbaums. Es geht aber sehr wohl um wichtige koordinative Fähigkeiten, die wir benötigen, um unseren Alltag zu bewältigen: Nach etwas greifen, einen Fuß vor den anderen zu setzen oder das Ausloten seiner eigenen Leistungsgrenze.

    Der Schulsport übernimmt wichtige pädagogische Funktionen, die kein anderes Fach ausgleichen kann. Gleichzeitig bietet er Kindern die Möglichkeit durchzuatmen, abzuschalten und sich neu zu fokussieren. Trotz dieser Erkenntnisse ist viel Bewegung im Bildungssystem und spätestens bei der Budgetierungs-Frage werden die Debatten um das richtige Ausmaß wieder lauter.

    Kind beim Sportunterricht

    Mehr oder weniger Sportunterricht?

    Der Ruf nach mehr Sportunterricht wird von vielen Pädagogen und Sportwissenschaftlern seit Jahren lauter. Das liegt vor allem an der steigenden Bewegungsarmut und den damit einhergehenden Konsequenzen. Die psychische und physische Entwicklung der Kinder bleibt auf der Strecke und die Folgen spiegeln sich gesamtgesellschaftlich wider. So hat eine Statista Umfrage 2016 ergeben, dass 30 % der Kinder im Schulalter im westlichen Europa übergewichtig sind.

    Bewegung und Sport sind zwar als Pflichtfächer im Schulunterricht – bis auf Berufsschulen – verankert, doch wie viel kann man einem Schulsystem zumuten und wann liegt es in der Verantwortung anderer? Wie also findet man das richtige Maß an Bewegung und wie lassen sich Brücken bauen zwischen dem Bildungssystem, ehrenamtlichen Vereinstrainern, der häuslichen Erziehung und den Bemühungen anderer Institutionen (Kindergärten, Begegnungsstätten, etc.)

    Wie diese Möglichkeiten aussehen könnten, welche Bedeutung Sport im Alltag hat und wie sich das integrieren lässt, haben wir die Sportwissenschaftlerin Martina Lackner-Keil gefragt.

    Sind Eltern, Vereine oder Schulen verantwortlich?

    Wir können nicht von Eltern verlangen, ihre Kinder mehrmals am Tag zu verschiedenen Vereinsstätten zu fahren. Genauso können wir von den Schulen nicht erwarten, dass der für die Entwicklung nötige Bewegungsdrang alleine vom Schulsport aufgefangen wird.

    Schuldzuweisungen sind in keiner Debatte zielführend. Ob Schulen, Eltern oder Vereine die Verantwortung tragen, spielt keine Rolle. Vielmehr muss die Aufgabe gelöst werden, wie man attraktive Angebote schaffen kann. 

    Kindern muss der Zugang zum Sport erleichtert werden, ohne dass zeitliche, finanzielle, soziale oder geografische Faktoren Einfluss darauf nehmen können.

    Mit dem Programm “Kinder gesund bewegen 2.0” wurde vom Bund eine Initiative geschaffen, die mehr Bewegung im Alltag der kindlichen Erziehung fördern soll. Im Vordergrund dieser Idee steht der Gedanke, Kooperationen zwischen Kindergärten, Schulen und Vereinen zu schaffen. Mit der Aufgabe vertraut wurden die Dachverbände ASKÖ, Sportunion und ASVÖ. Wie diese Lösungen im Detail aussehen werden, bleibt abzuwarten.

    Unsere Verantwortung:

    Als Außenstehende fällt es leicht, den Finger auf andere zu richten. Nur sind wir das überhaupt? Sortiment und Preisgestaltung stellen oft eine Hürde dar und bestimmen darüber, wie Kinder ihre ersten Schritte zu einem gesunden und aktiven Lebensstil meistern. Unsere Aufgabe ist es, diese Hürde so niedrig wie möglich zu halten, ohne auf Qualität zu verzichten! So niedrig, dass sich alle einen Zugang zu einem sportlichen Lebensstil leisten können – auch Kinder.

    Sport darf nicht zum Luxusgut verkommen und Teile der Gesellschaft ausschließen. Das gilt sowohl für das Equipment, wie auch für die Sportangebote und Sportstätten. Uns liegt deshalb sehr viel daran, unseren Sprösslingen den Zugang zu erleichtern.

    Seit diesem Jahr (2022) gibt es die “Austrian School of Pump”. Eine Eventserie von INTERSPORT mit tatkräftiger Unterstützung vom Österreichischen Lines Magazin und der Bikeschool Pekoll. Mehrere Schulen in ganz Österreich hatten die Möglichkeit, Teil des Events zu werden, bei dem es darum ging, Schüler auf die Fahrradprüfung vorzubereiten. Schauplatz waren umliegende Pumptracks und während einer Doppelstunde Turnen nahmen sich die Bike-Coaches Zeit, um allen wichtigen Grundlagen zu vermitteln. Dabei konnten die Schulkinder auf Leihbikes und das entsprechende Sicherheitsequipment zurückgreifen. Falls du mehr darüber wissen möchtest, empfehlen wir dir unseren Blogbeitrag. Auch im kommenden Jahr wird die Austrian School of Pump fortgeführt werden. Wo welche Stopps sein werden, teilen wir dir mit, sobald die Planung abgeschlossen ist.

    Doch damit nicht genug. Vom 8. - 9. September fand auf der Wiener Donauinsel der “Servus Kinder Aktionstag” präsentiert von INTERSPORT statt. Eine Möglichkeit für Schulklassen, Gruppen aber genauso für Privatpersonen, neue Sportarten unter der Leitung von geschultem Personal kennenzulernen. Folgende neun Disziplinen standen zur Auswahl:

    • Pumptrack
    • Kletterturm
    • Sportunion Gladiator
    • Riesendart
    • Slackboard/Slackline
    • Turnboden
    • Schussgeschwindigkeitsmesser
    • Zielschuss
    • Jonglier- & Koordinationsstation

    Alle nötigen Infos zur Aktion findest du hier.

    Kind beim Sportunterricht

    Unsere Events sollen Kinder zu mehr Bewegung motivieren und ihnen die Möglichkeit geben, Sportarten auszuprobieren, mit denen sie zuvor noch nicht in Kontakt gekommen sind. Passend zum Schulstart gibt es innerhalb des “Back To School” Kampagnenzeitraums viele sportliche Produkte, die für den Schulstart nützlich sind. Komm vorbei und überzeuge dich vor Ort von den Angeboten.

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