INTERSPORT Blog | 17. Juli 2020 | Lesezeit: 6 Minuten

Rucksack: So pflegst du deinen Wegbegleiter

Inhaltsverzeichnis

Egal um was für eine Art Rucksack es sich handelt, es gab keine Tour bei dem das gute Stück am Ende sauber Heim gekommen ist. Und da ich nicht für jede Tour einen neuen Rucksack kaufe, stand ich schon des Öfteren vor der Frage, wie ich unter dem ganzen eingetrockneten Dreck meinen Rucksack wieder hervorholen kann.

Egal was für einen Rucksack du hast, nach ein paar Touren wird dir aufgefallen sein, dass der nicht mehr so glänzt wie noch zu Beginn. Das mag zum einen daran liegen, dass sich Schweißränder um die Schultergürtel gebildet haben oder aber sich vom ganzen Dreck die Reißverschlüsse eher widerwillig schließen lassen. Zum anderen kann es aber auch sein, dass die Ameisen mit den Resten deines Bergsteigermüslis in den Tiefen deines Rucksacks eine fette Party schmeißen, während unter einer dicken Staubschicht dein Rucksack lediglich noch zu erahnen ist. Wenn ich jetzt so meinen Bike-Rucksack anschaue, könnte der gerade ein wenig Liebe vertragen, weshalb ich euch jetzt einmal vorstelle, worauf es ankommt.

Ich möchte zunächst noch eine rasche Antwort auf die häufigste Frage geben: „Nein, du darfst deinen Rucksack nicht in einer Waschmaschine waschen.“ Die Kräfte, die in der Waschmaschine auf das Material wirken, machen dieses löchrig. Im schlimmsten Fall, darfst du dir im Anschluss eine neue Waschmaschine zulegen. Wie also vorgehen?

Rucksack reinigen

Anders als bei Schlafsäcken gibt es bei Rucksäcken keine Ausnahme. Hier heißt es Handwäsche!

Hier eine kleine Anleitung, wie du vorgehen solltest:

  1. Zerlege den Rucksack in seine Einzelteile. Häufig lassen sich bestimmte Teile des Rucksacks wie das Tragesystem separat abnehmen.
  2. Entferne den groben Schmutz: 
    1. Mit einem feuchten Tuch/Schwamm, lauwarmem Wasser und PH-neutraler Seife kannst du die äußere Hülle sorgsam säubern
    2. Das Innere des Rucksacks lässt sich bequem mit einem Staubsauger reinigen. Sollten auch hier grobe Verunreinigungen vorliegen, gilt das gleiche Spiel wie mit dem Tuch
  3. Reißverschlüsse mit einer trockenen Zahnbürste reinigen, um Sand und Staub zu entfernen
  4. Gehen wir mal davon aus, dass dein Rucksack jetzt von grobem Dreck befreit ist, er aber noch immer nicht wieder zu 100 % sauber ist. Je nach Größe des Rucksacks kannst du nun die Badewanne oder ein anderes entsprechendes Behältnis mit lauwarmem Wasser und PH-neutraler Seife füllen.
  5. Tragegurt, Hüfthalter, etc. mit Wasser vollsaugen lassen und behutsam ausdrücken. Sollten Schweißrückstände und andere Rückstände noch immer sichtbar sein, mit dem Schwamm nachbehandeln.
  6. Wenn alle Verunreinigungen beseitigt wurden, gilt es, den Rucksack und alles, was dazugehört mit kaltem Wasser solange auszuspülen, bis sich kein Schaum mehr bildet.

Rucksack trocknen

Wurde der Rucksack erfolgreich von Dreck befreit, muss er im Anschluss getrocknet werden. Am schnellsten geht das, indem du den Rucksack kopfüber zum Trocknen hängst. Alle Einzelteile, die du zuvor entnommen hast, kannst du daneben aufhängen. Wenn du den Rucksack jetzt schon zusammenbaust, verlängert sich der Trockungszeitraum zusätzlich. Am schnellsten trocknet er an der frischen Luft und nicht bei direkter Sonneneinstrahlung.

Nachdem der Rucksack nun vollständig getrocknet ist, kannst du ihn wieder zusammenbauen. Kontrolliere dabei, ob alle Reißverschlüsse wieder wie gewohnt schließen.
Auf keinen Fall darf der Rucksack in den Trockner, auch nicht im Schongang!

Pflege und Lagerung des Rucksacks

Nach einer Reinigung bietet es sich zusätzlich an, dem Rucksack ein kleines Beauty-Make-Over zu verpassen. 

Reißverschlüsse: Nach einer Wäsche ist es ratsam, einmal zum Silikonspray zu greifen, um den Reißverschluss zu behandeln. Öffne und schließe den Reißverschluss einige Male, um sicherzugehen, dass das Silikonspray überall hinkommt. Anschließend solltest du mit einem Tuch überschüssiges Silikonspray entfernen.

Klettverschlüsse: Sollten nach ausgiebiger Wäsche noch immer Rückstände im Klettverschluss hängen, kannst du diese mit einer Bürste oder einer Pinzette entfernen.

Imprägnierung: Um deinen Rucksack langfristig vor Verschmutzungen zu schützen, solltest du ihn nach dem Trocknen zusätzlich noch imprägnieren. Der Grund dafür ist offensichtlich: Wasser kann nicht mehr so leicht in die äußere Materialschicht eindringen, was das Textil langlebiger macht und der Rucksack saugt sich weniger stark voll. Du kannst hier entweder auf Sprüh- oder Schmierimprägnierung zurückgreifen. Wie das Ganze aufzutragen ist, entnimm bitte den Herstellerhinweisen, da dies von Produkt zu Produkt anders sein kann. Beachte allerdings, dass das Tragesystem zumindest dort nicht imprägniert werden sollte, wo die Chance besteht, dass nackte Haut mit dem Stoff in Berührung kommt, da dies bei einigen Personen zu Hautirritationen führen kann.

Lagerung: Zum Schutz des Rucksacks bietet es sich an, ihn fern ab von direkter Sonnenstrahlung aufzubewahren. Das schützt die lichtempfindliche Oberfläche zusätzlich. Schaue, dass der Rucksack an einem Ort hängt, steht, oder liegt, der gut belüftet ist, um Schimmel vorzubeugen. Gerade nach dem Waschen, wenn noch etwas Restfeuchtigkeit in den Nähten steckt, sollte der Rucksack „atmen“ können.

Grundsätzlich gilt, dass du deinen Rucksack in Zukunft nach jeder Tour von grobem Dreck befreist. Der Rucksack sieht dadurch nicht nur schicker aus, du hast auch länger was davon. Und gerade, wenn du im Sommer häufiger unterwegs bist, solltest du nicht ständig auf einen dreckigen Rucksack zurückgreifen müssen. Wie oft du deinen Rucksack letzten Endes aber intensiv waschen solltest, hängt allein vom Verschmutzungsgrad und der Intensität der Nutzung ab. Falls du noch Pflegetipps zu anderen Produkten suchst und diese nicht bei uns in den Blogartikeln findest, lass es uns wissen. Mit deinem Anliegen bist du vielleicht nicht alleine und wir helfen gerne aus.

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