INTERSPORT Blog | Lesezeit: 6 Minuten

Die richtige Pflege für deine Hardshell-Jacke | Gore-Tex und andere Membranen

Inhaltsverzeichnis

Das Gerücht, dass man die gute Gore-Tex-Jacke nie waschen sollte, hat sich gefühlt ewig gehalten. Doch spätestens nach einer Outdoor-Saison wird auch dir aufgefallen sein, dass die Regentropfen nicht mehr so schön funkelnd von der Bekleidung springen wie einst noch.

Im heutigen Blogbeitrag geht es um die Pflege unser beliebten Outdoor-Bekleidung. Die äußerste Kleidungsschicht bekommt die Naturgewalten in voller Pracht zu spüren – egal ob Regen, Schnee, Hagel, Sonne oder Matsch. Wie eine zweite Haut soll uns diese Schicht vor äußeren Einflüssen schützen. Doch auch diese weist mit der Zeit Abnutzungserscheinungen auf und sollte ein wenig Zuneigung bekommen. Ein Stichwort, was in diesem Zusammenhang häufig fällt, ist das Wort Membran, Membran und nochmal Membran. Wem sich hier jetzt die Haare vom letzten Mal Bio-Unterricht aufstellen, ist auf der richtigen Seite.

Membranen sind zunächst einmal hauchdünne Strukturen oder Schichten, die sich auf- oder nebeneinander aufbauen. Jede dieser Schichten übernimmt eine bestimmte Funktion und genau jetzt sind wir auch schon wieder bei unseren Jacken. Kurz gesagt, geht es darum, so effektiv wie möglich, unseren Schweiß von innen nach außen zu transportieren, ohne dabei Wasserresistenz einzubüßen. Und das geschieht eben über Membranen – Schweiß raus aber kein Wasser rein!

Wann sollte ich meine Hardshell-Kleidung waschen?

Wenn  du deine Outdoor-Bekleidung häufig trägst, wird die Membran logischerweise häufig damit zu tun haben, Feuchtigkeit aus dem Inneren der Kleidung nach außen zu transportieren. Mit der Zeit können diese Membranen durch Schweiß- und Hautrückstände verkleben und verstopfen, weshalb du dann sprichwörtlich in deinem eigenen Saft stehst.
Es gibt aber noch einen zweiten Grund, welcher von außen dafür sorgt, dass du deine Hardshell-Jacke pflegen musst. Gore-Tex-Textilien und andere vergleichbare Membranen kommen mit einer DWR (durable water repellent) Imprägnierung, welche mit der Zeit nachlässt. Dies merkst du spätestens dann, wenn sich die äußerste Schicht voll mit Wasser gesogen hat – diesen Effekt nennt man Wetting-out! Während zuvor also keine Feuchtigkeit mehr durch die erste Schicht kam, haben wir jetzt den Fall, dass die Feuchtigkeit nicht mehr durch die letzte Schicht kommt. 

In beiden Fällen musst du dafür sorgen, dass die Membranen wieder frei atmen können, um den Feuchtigkeitstransport zu ermöglichen. Und wie die richtige Pflege abläuft, zeigen wir dir jetzt:

Hardshell-Produkte (Gore-Tex, etc.) waschen::

  1. Vorbereitung: Schnapp dir einen Schwamm oder ein feines Tuch, lauwarmes Wasser und PH-neutrale Seife und behandle besonders beanspruchte und dreckige Bereiche mit kreisenden Bewegungen vor; mit einer trockenen Zahnbürste kannst du außerdem die Reißverschlüsse reinigen.
  2. Reißverschlüsse, alle Fächer, etc. schließen sowie sämtliche Zugbänder öffnen!
  3. Pflegeetikett lesen! Grundsätzlich kannst du deine Hardshell-Produkte im Schongang bei 40 Grad in der Waschmaschine waschen. Wichtig: kein Weichspüler benutzen! Für Funktionswäsche gibt es spezielle Waschmittel. Wer keins da hat, kann auch handelsübliches Flüssigwaschmittel verwenden (Waschpulver hingegen kann die Membranen womöglich noch mehr verstopfen).
  4. Nachspülen nicht vergessen! Um sicherzugehen, dass sich kein Waschmittel mehr zwischen den Membranschichten befindet, solltest du einen zweiten Spülgang einlegen.
  5. Bei niedriger Drehzahl schleudern, um den späteren Trockungszeitraum zu reduzieren.

Hardshell-Produkte trocknen und imprägnieren:

Nachdem die feinen Membranen nun endlich von jeglichen Rückständen befreit wurden, muss die Bekleidung noch trocknen. 

Reaktivierung: Wenn deine Hardshell-Jacke oder -Hose noch recht neu ist, wird sie ihre wasserabweisende Funktion (den dwr-Effekt) wohl schon nach einer schonenden Runde im Trockner wiedererlangt haben. Man spricht hier grundsätzlich von einer Reaktivierung, wodurch mit Hilfe von Wärme die wasserabweisende Schicht wiederhergestellt wird. Wenn du über keinen Trockner verfügst, kannst du diesen Effekt auch mit einem Bügeleisen auf niedriger Temperatur sowie einem dazwischen geklemmten Handtuch nachahmen. Gleiches gilt für einen Föhn Hier jedoch sehr behutsam vorgehen und zur Sicherheit noch einmal einen Blick auf die Pflegehinweise werfen.

Erneuerung: Wer seine Regenjacken und -Hosen lange trägt, wird irgendwann nicht drum herumkommen, die DWR-Schützhülle zu erneuern. Je nach Imprägnierung wird es nach dem Waschen auf die noch feuchte Jacke oder auf die bereits trockene Jacke aufgetragen. Auch hier wieder den Anweisungen des Herstellers folgen.
Grundsätzlich wird in Sprüh-, Einwasch-, oder „Einreib“-Imprägnierungen unterschieden. Es zahlt sich also aus, zumindest ein Produkt für eine Imprägnierung in deiner Ausrüstung zu haben. Je nach getragener Membran kann eine andere Variante nötig sein. Am Ende des Imprägnier-Vorgangs muss auch diese Schicht wie unter dem Punkt Reaktivierung reaktiviert werden.

Im Gegensatz zu Beginn sollte das Wasser nun wieder von deinen Jacken oder Hosen abperlen, ohne sich dabei mit Flüssigkeit vollzusaugen. Auch solltest du spätestens bei der nächsten Tour merken, dass die Jacke wieder normal atmet – sprich die Jacke von innen nicht mehr nass ist. Wie du andere Outdoor-Produkte reinigst und pflegst, erfährst du in den anderen Blogbeiträgen – schau dich ruhig um. In unserem Online-Sortiment findest du darüber hinaus einige Produkte, wie beispielsweise Wachs und Sprays für die Pflege und richtige Imprägnierung deiner Outdoor-Bekleidung.

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