Wintersport
Skitouren im Frühjahr: Das solltest du unbedingt beachten!

Für viele ist das Frühjahr die schönste Zeit für Skitouren. Längere Tage, milde Temperaturen und perfekter Firn sorgen für echte Genussmomente im alpinen Gelände. Gleichzeitig bringt der Frühling besondere Herausforderungen mit sich.
Wer gut plant und die richtigen Entscheidungen trifft, wird im Frühjahr mit großartigen Touren belohnt.
Sonne als entscheidender Faktor
Während im Tal bereits der Frühling Einzug hält, können in höheren Lagen noch winterliche Verhältnisse herrschen. Vor allem die stärkere Sonneneinstrahlung beeinflusst Schneedecke, Lawinengefahr und das Timing deutlich. Deshalb gilt bei Frühjahrstouren eine andere Planung als bei Touren mitten im Winter.
Tourenplanung: Rückwärts denken
Im Frühjahr ist es ratsam eine Tour „rückwärts“ zu planen. Überlege dir zuerst, wann du spätestens wieder im Tal oder im sicheren Gelände sein solltest, und plane davon ausgehend deine gesamte Route inklusive Startzeit und Pausen.
Wichtige Faktoren dabei sind
- Wetterentwicklung – auch in der Nacht vor der Tour
- Jahreszeit: Februar unterscheidet sich deutlich von April
- Höhe über dem Meeresspiegel und die geplanten Höhenmeter
- Tages- und Nachttemperaturen
- Zeitpuffer für Pausen oder Umwege
- Können und Erfahrung der Skitouren-Gruppenmitglieder
- Hangausrichtung
- Zusätzliche Erschwernisse wie Ski tragen oder Steilstufen
Der frühe Vogel fängt den Wurm
Ein früher Start ist im Frühjahr fast unumgänglich – oft noch im Dunkeln. So nutzt du das kurze Zeitfenster, in dem der Schnee trägt und die Lawinengefahr gering ist. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung wird der Schnee weich, das Risiko von Nassschneelawinen steigt deutlich. Von Nachmittagsanstiegen ist daher abzuraten. Im März sollte zudem die Zeitumstellung bei der Planung berücksichtigt werden.

Flexibel bleiben und rechtzeitig umdrehen
Trotz sorgfältiger Planung lassen sich die Bedingungen nicht immer exakt vorhersagen. Bleibt die nächtliche Abkühlung aus oder ist der Schnee früh weich, sollte man konsequent umkehren. Frühjahrs-Skitouren erfordern neben guter Technik vor allem Entscheidungsstärke – Sicherheit geht immer vor.
Besondere Schneeverhältnisse im Frühjahr
Im Frühling sind Skitouren ein Spiel mit den Schneeverhältnissen: Nach klaren, kalten Nächten bildet sich auf sonnenbeschienenen Hängen der perfekte Firn – eine buttrig-weiche Schneeoberfläche, die entsteht, wenn die Sonne den harten Schneedeckel aufweicht. Je steiler und sonniger der Hang, desto früher sollte man starten, denn mit fortschreitendem Tag wird der Firn nass und rutschig, was Sturz- und Lawinengefahr erhöht.
Am Morgen dominieren noch harte Firnhänge, die mit Harscheisen sicher bezwungen werden können. In extrem steilem Gelände sind Steigeisen und Pickel unverzichtbar – hier empfiehlt es sich, die Ski am Rucksack zu tragen. Voraussetzung: ausreichend Erfahrung für die anspruchsvolle Abfahrt!
Wetter richtig einschätzen
Das Wetter in den Bergen unterscheidet sich deutlich vom Tal. Regen in tieferen Lagen kann in der Höhe Schneefall und schlechte Sicht bedeuten – mit direktem Einfluss auf Lawinengefahr und Orientierung. Eine genaue Wetter- und Lawinenlagebeurteilung ist im Frühjahr besonders wichtig.
Packliste
Das solltest du neben der klassischen Skitourenausrüstung unbedingt einpacken:
- Harscheisen
- Steigeisen
- Pickel
- Wachsriegel für die Steigfelle
- Klett- oder Skiriemen
- Helm
- Sonnencreme und Sonnenschutz für die Kopfhaut
- Ausreichend Flüssigkeit
- Stirnlampe für frühe Starts

Gute Vorbereitung = erfolgreiche Skitour
Im Frühling zählt auch die richtige Kleidung: Mehrere leichte Schichten sind besser als eine zu warme Jacke, denn die Sonne hat im Frühjahr schon Kraft.
Auf hartem Schnee gilt: Ski flach auflegen, um Rückwärtsrutschen zu vermeiden. Harscheisen und Steigeisen lieber frühzeitig anlegen – und Steigfelle unbedingt vor der Tour imprägnieren, um Stollenbildung (Festfrieren von Schnee an Fellen) zu verhindern. Ein Fellwachs im Rucksack schafft unterwegs schnelle Abhilfe.
Der Frühling ist unverzeihlich zu denen, die unvorbereitet sind – aber er belohnt diejenigen, die mit dem richtigen Know-how und der passenden Ausrüstung unterwegs sind.


