Wintersport
So gelingt der perfekte Einstieg in die Welt des Freeridens

Das Fahren im Tiefschnee abseits der markierten Pisten verspricht Freiheit, Naturerlebnis und jede Menge Spaß – verlangt aber auch Respekt, Wissen und Vorbereitung. Wir zeigen dir, worauf es beim Einstieg ins Freeriden wirklich ankommt.
Die präparierte Piste wird langsam langweilig? Du suchst nach einer neuen Herausforderung im Schnee? Dann könnte Freeriden genau das Richtige für dich sein.
Was ist eigentlich Freeriden?
Freeriden ist das freie Skifahren abseits der präparierten und gesicherten Pisten. Bereits wenige Meter neben der präparierten Piste beginnt ungesichertes Gelände – mit allen damit verbundenen Risiken. Das Gelände ist anspruchsvoll, der Untergrund unvorhersehbar und potenziell gefährlich. Wichtig ist daher, das Gelände richtig “lesen” zu können – also Schneeverhältnisse, Hangneigungen und mögliche Gefahren einzuschätzen.
Die wichtigsten Grundvoraussetzungen
Bevor du dich ins Abenteuer Tiefschnee stürzt, solltest du folgende Basics mitbringen:
Solide Skitechnik auf der Piste
Gute Balance und Körperkontrolle
Erfahrung und Orientierung im Skigebiet
Gesunde Selbsteinschätzung – überschätze dich nicht, sondern kenne deine Grenzen
Grundkenntnisse der Lawinenkunde (Lawinenlagebericht, Gefahrenstufen, Hangexposition)
Kenntnisse über Gefahren- und Notfallmanagement (LVS-Suche, Kameradenrettung, Notruf, Erste Hilfe)
Ohne geeignete Ausrüstung kein Freeriden
Mindestens genauso wichtig wie die Skills auf der Piste ist die richtige Ausrüstung – allen voran die Lawinenausrüstung, die beim Freeriden unverzichtbar ist. LVS-Gerät, Sonde und Schaufel gehören zwingend in jeden Rucksack, und der sichere Umgang damit ist essentiell. Hochwertige Freeride-Kleidung hält dich warm, trocken und beweglich und ist ebenfalls Teil der Basisausrüstung.
Ein oft unterschätztes, aber zentrales Element ist der geeignete Rucksack. Er bietet Platz für die Lawinenausrüstung, Wasser, Snacks und zusätzliche Kleidung. Achte auf ein ergonomisches Tragesystem und Skibefestigungen für kurze Aufstiege. Ein Lawinenrucksack mit Airbag kann die Überlebenschancen im Ernstfall erhöhen, ersetzt aber keine Ausbildung und umsichtiges Verhalten im Gelände.
Zur Grundausrüstung zählt außerdem ein gutsitzender Helm.
Wichtig: Auch die beste Ausrüstung ersetzt niemals Ausbildung, Erfahrung und umsichtiges Verhalten im Gelände.

Die richtigen Ski und Bindungen
Freeride-Ski sind in der Regel breiter als klassische Pistenski. Dadurch schwimmen sie besser im Tiefschnee und bieten mehr Kontrolle. Ebenso wichtig sind robuste Skibindungen mit passender DIN-Einstellung, abgestimmt auf Gewicht, Fahrkönnen und Einsatzbereich. Hochwertige Bindungen sorgen für optimale Kraftübertragung und lösen im Notfall zuverlässig aus. Je nach Einsatzbereich kommen klassische Freeride-Bindungen oder Hybrid-Modelle mit Aufstiegsfunktion zum Einsatz.
Lerne von Profis: Kurse besuchen
Gerade für Anfänger ist ein Freeride-Einstiegskurs sehr zu empfehlen. Dort lernst du nicht nur die richtige Technik für den Tiefschnee, sondern auch, wie man eine Tour plant, Gefahren einschätzt und Entscheidungen im Gelände trifft. Solche Kurse öffnen oft die Augen, zeigen dir realistisch, was möglich ist – und sind nebenbei eine tolle Gelegenheit, Gleichgesinnte kennenzulernen. Ergänzend dazu lohnt sich ein Lawinenkurs, um dein Wissen rund um Schnee, Wetter und Sicherheit zu vertiefen.

Mehr Sicherheit im Gelände
Ein paar grundlegende Tipps, die du immer im Hinterkopf behalten solltest:
Nie alleine ins Gelände gehen – Freeriden immer mindestens zu zweit oder in der Gruppe
Fahre nie blind jemandem hinterher – jeder hat einen anderen Fahrstil und macht andere Fehler
Behalte Wetter- und Lawinenlagebericht stets im Blick
Übe zunächst im flachen Gelände, bevor du dich an steilere Hänge wagst
Abseits der präparierten Piste gilt: Man hilft einander – Rettung kann länger dauern
Eigenverantwortung beachten: Sperrgebiete, Wildschutz- und Lawinenzonen unbedingt einhalten
Freeriden ist faszinierend, fordernd und verspricht Freiheit – wenn man es richtig angeht. Mit guter Technik, passender Ausrüstung und einer realistischen Selbsteinschätzung steht dem Abenteuer Tiefschnee nichts im Weg. Unbedingt beachten: Nie alleine fahren, immer die Lawinenausrüstung dabei haben und deren sicheren Umgang beherrschen, Wetter und Gelände kontinuierlich beobachten und Sperrgebiete respektieren. So bleibt der Spaß am Tiefschnee groß und das Risiko überschaubar – für ein sicheres und unvergessliches Freeride-Erlebnis.


