INTERSPORT Blog | 4. Dezember 2020 | Lesezeit: 7 Minuten

Warum du Skitouren gehen solltest und was du dazu wissen musst!

Inhaltsverzeichnis

Du planst eine Skitour, willst deine Tourenski wieder hervorholen oder träumst heimlich davon, ein ganzes Skigebiet mal für dich alleine zu haben? Endlose Berge, unverspurte Hänge auf wie neben der Piste und das, ohne sich dabei mit anderen um eine freie Gondel streiten zu müssen. Diesen Wunsch kannst du dir selbst erfüllen, zwar mit einigen Abstrichen, aber grundsätzlich schon. Der Zauberspruch lautet: Skitouren gehen.

Im heutigen Blogbeitrag geht es um das Thema Skitouren und warum du dir die Vorteile zumindest einmal anhören solltest. Es geht hier noch nicht um die perfekte Ausrüstung, sondern um ein paar generelle Aspekte, auf was du bei deiner Skitour achten solltest.

8 Gründe, weshalb du Skitouren gehen und worauf es bei den Touren ankommt: 

  • Du bist beim Skitouren gehen auf keine Gondeln und Lifte angewiesen
  • Du kannst zu jeder Tages- und Nachtzeit Skitouren gehen
  • Für deine Skitour stehen dir die schönsten Berge und Hänge der Alpen zur Verfügung
  • Natur pur ist hier nicht nur ein Werbeslogan
  • Keine verspurten Hänge im Gelände
  • Es hält dich fit
  • Du bist gezwungen, dich aktiv mit deiner Ausrüstung und deinem alpinen Umfeld (Lawinenlagebericht, etc.) auseinanderzusetzen
  • Die Touren schweißen euch als Gruppe zusammen

Wenn es um das Thema Skitouren geht, stehen sich häufig zwei Lager gegenüber: Skitouren im freien Gelände (Freeride) vs. Skitouren im Skigebiet. Und das erwähnen wir nicht, um die Frage zu klären, was besser ist, sondern um dir vor Augen zu führen, worin die Unterschiede liegen.

Wie ist die Gesetzeslage beim Skitouren gehen? Darf ich überall Skitouren gehen?

Beim Skitourengehen wird in zwei Bereiche unterschieden: der organisierte Skiraum und der freie Skiraum.

Der organisierte Skiraum:

Der organisierte Skiraum inkludiert alle Pisten, die ein Skibetrieb ausweist. Dazu gehören präparierte Pisten genauso wie Funparks, Skirouten und letzten Endes alle Abfahren, die die Skigesellschaft im Pistenplan aufführt oder auf ihrer Karte. Das Aufsteigen innerhalb des Skigebiets wird über die FIS-Regel Nr. 7 geregelt, welche besagt, dass ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt den Rand der Abfahrt benutzen muss. Da in dieser Regel nicht aber die Länge des Aufstiegs definiert ist und Liftbetriebe häufig von verbietenden Formulierungen absehen, ist, wenn nicht anders vermerkt, der Aufstieg innerhalb des Skigebiets gestattet.

Es gibt jedoch die Besonderheit, dass Liftgesellschaften sehr wohl die Nutzung der Piste einschränken können. Diese Einschränkungen beziehen sich auf folgende Fälle:           

  • Verbot aufgrund des Eigentumsrechts
  • Außerhalb der Betriebszeiten
  • Jagdgebiete und Lawinengefahr

Wenn du dich genauer darüber Informierten möchtest, empfehlen wir dir folgende Quelle LINK. Solltest du dir unsicher sein, frag am besten bei deiner Liftgesellschaft nach.

Der freie Skiraum:

Der freie Skiraum beinhaltet letztlich alle Bereiche, die nicht unter den organisierten Skiraum fallen. Hier kommt den SkitourengeherInnen das Betretungsrecht des Waldes zugute, welches besagt, dass dieser zu Erholungszwecken betreten werden darf – das Skitouren gehen fällt darunter. Die zusätzliche Bewegungsfreiheit im alpinen Gelände oberhalb der Baumgrenze ist darüber hinaus separat geregelt und erlaubt. In Bundesländern, wo derartige Bestimmungen nicht vorhanden sind, wird auf die Nutzung des Gemeingebrauchs zurückgegriffen. Auch hier noch eine weiterführende Quelle: Link

Skitouren auf der Piste

Das Skitourengehen auf bzw. neben der Piste ist für die meisten der logische erste Schritt. Und das auch völlig zu Recht, denn die alpinen Gefahren sind verhältnismäßig gering und im besten Fall kennst du die Pisten, auf denen du abfährst bereits. So bekommst du ein Gefühl dafür, wie viele Höhenmeter du schaffst und kannst dir auf deinem Weg ins Tal neben der Piste die nötige Technik für´s Fahren im Gelände aneignen. 

Trotzdem gibt es beim Tourengehen im Skigebiet einige Verhaltensregeln zu beachten:

  • Der Aufstieg erfolgt am Rand der Piste – so kommt es zu keinen unangenehmen Begegnungen mit abfahrenden PistennutzerInnen
  • Pistenüberquerungen vermeiden – der gleiche Grund wie oben
  • Freundlich bleiben – es gibt immer Menschen, die sich über Gott und die Welt aufregen
  • Auf Pistengeräte achten – gerade außerhalb der Betriebszeiten wird auf den Pisten gearbeitet. Hier herrscht Lebensgefahr
  • Lokale Richtlinien befolgen
  • Frisch präparierte Pisten meiden – es ist zwar verlockend, macht aber die ganze Arbeit für die zahlenden Gäste zunichte
  • Gastro nutzen – wenn du dir schon das Skiticket sparst, spricht nichts dagegen, sich auf der Hütte etwas zu gönnen

3 Punkte, die du auf deiner Skitour auf jeden Fall im Hinterkopf behalten solltest:

  • Innerhalb und Außerhalb gesicherter Skigebiete gibt es während deiner Touren alpine Gefahren (Lawinen, im Schnee verborgene Bäume, Wetterveränderungen, etc.)
  • Lawinenausrüstung ist immer zu tragen (Sonde, Schaufel, LVS-Gerät, usw.)
  • Überprüfe deine Ausrüstung! Nur wer sich mit seinem Equipment (Tourenski, LVS-Gerät, etc.) auseinandersetzt, kann sich und andere auf einer Tour schützen
  • Immer im Team gehen – als Gruppe kann man sich gegenseitig helfen!
  • Du bist immer nur so sicher, wie dein/e schwächste_r/unerfahrenste_r TourenpartnerIn
  • Lawinenlagebricht checken!
  • Immer eine Karte dabeihaben!

Was ist Nighttouring und wie verhalte ich mich während einer Skitour in der Nacht?

Nighttouring ist ein beliebter Trend über die letzten Jahre geworden und ist sozusagen die Erweiterung des Angebots vielerorts, das Skifahren auch in den Abendstunden zu ermöglichen.

So bietet Nighttouring die Möglichkeit für Skitourengeher_innen und jene, die es werden möchten auch nach Feierabend noch eine Tour abzuhaken und ein paar Schwünge zu sammeln – selbst wenn das Skigebiet bereits geschlossen ist.

Wen ein Angebot besteht, wird dir die Liftgesellschaft einen sicheren Aufstieg ermöglichen, ohne dass Pistengeräte den Aufstieg gefährden. Du brauchst dafür nur folgende Infos: 

  • Wo ist die Piste/Spur, auf der ich aufsteigen kann?
  • Gibt es eventuelle zeitliche Begrenzungen (z.B. Nighttouring von 17-22 Uhr – weil außerhalb dieser Zeiten werden auch dort Raupen und Schneekanonen arbeiten.

Oben angekommen hast du häufig die Möglichkeit, auf einer Hütte einzukehren, eine warme Mahlzeit zu genießen und ins Gespräch mit anderen zu kommen.

Anschließend kannst du über dieselbe Piste oder eine andere Abfahrt den Weg ins Tal antreten – ebenfalls ohne dabei von einem Pistengerät überrascht zu werden.

Beim Skifahren solltest du dich vorab informieren, ob dein Skigebiet über eine Flutlichtanlage verfügt. Denn wenn nicht bedeutet es, dass du in eine gute Stirnlampe investieren solltest – je mehr Licht desto besser!

Wie im Sommer gilt auch, dass im Winter, die Berge für alle Menschen da ist. Ob das jetzt eine Skitour, Winterwanderung oder ein Pistentag ist – wenn alle Rücksicht aufeinander nehmen, sind wir um einiges besser als anderswo. Wenn du Fragen zu zu einer Tour hast, steht dir häufig auch dein Shop des Vertrauens zu Verfügung. Bei uns arbeiten viele motivierte Sportler_Innen, die selbst auch den Winter lieben, sich auf Skitour begeben und den Service vor Ort nutzen.

Informiere dich diesbezüglich am besten beim jeweiligen Betreiber – deiner ersten Skitour steht jetzt nichts mehr im Wege! Und sollten deine Ski mal wieder einen Service gebrauchen, freuen wir uns, dein Gesicht in einem unserer Shops zu sehen. Viel Spaß auf deiner Skitour!

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