Worauf sollte man beim Kauf der richtigen Skibekleidung achten?

Wenn deine Skijacke nach Jahren als StaubfĂ€nger nur noch bauchfrei getragen werden kann, wird es Zeit fĂŒr eine neue. Wir zeigen dir heute, worauf es beim Kauf der richtigen Skibekleidung ankommt.

SpĂ€testens, wenn du die TĂŒr hinter dir zuziehst und dir der erste kalte Luftzug unter die Sommerjacke fĂ€hrt, ist es an der Zeit, einen Blick in die Auswahl der Winterbekleidung zu werfen. Noch schlimmer, wenn in der Nacht zum Wochenende 30 cm Neuschnee angesagt sind und du feststellst, dass die Skijacke nach Jahren als StaubfĂ€nger nur noch bauchfrei getragen werden kann. Um dem Szenario vorzubeugen, wollen wir dir heute zeigen, worauf es beim Kauf der richtigen Skibekleidung ankommt.

FunktionalitÀt vs. Optik

In Puncto Outdoorbekleidung mĂŒssen wir wohl niemandem mehr predigen, dass die FunktionalitĂ€t vor dem Aussehen der Skibekleidung steht. Uns ist jedoch auch klar, dass du deine Skijacke nicht anziehen wirst, wenn sie dir einfach nicht gefĂ€llt. NatĂŒrlich lassen sich immer Kompromisse finden, doch wenn du bei Minusgraden mit den Ski auf der Piste zwar super aussiehst aber dennoch frierst, bist du den Kompromiss an der falschen Stelle deiner Skibekleidung eingegangen.

Die richtige Passform deiner Skijacke

Schau in erster Linie darauf, dass deine Skijacke die Kriterien fĂŒr den perfekten Sitz erfĂŒllt:

  • Die Ärmel sollten in jeder Position lang genug sein und einen Abschluss mit deinen Handschuhen bilden, sodass sich beim Ritt auf der Piste kein Schnee in die Ärmel verirrt. KlettverschlĂŒsse z.B können zusĂ€tzlich dafĂŒr sorgen, dass kein Schnee in Skijackeninnere gelangt.
  • Was fĂŒr die Ärmel gilt, sollte natĂŒrlich auch fĂŒr die JackenlĂ€nge an sich gelten. Sprich, wenn du dich aufrecht hinstellst oder in die Skihocke gehst, sollten weder dein ausgeprĂ€gtes Sixpack noch die stĂ€hlerne RĂŒckenmuskulatur zum Vorschein kommen!
  • Vergiss beim Anprobieren deiner Skijacke nicht, dass du darunter meist mehr als nur ein T-Shirt tragen wirst. Eine Skijacke sollte also trotz SkiunterwĂ€sche und Midlayer noch genug Platz bieten, sodass du dich in alle Richtungen bewegen kannst, ohne eingeschnĂŒrt umzufallen. 

Deshalb ist das Zwiebelprinzip bei passender Skibekleidung so wichtig

Das Zwiebelprinzip wird zwar hÀufig gelehrt aber nur selten verstanden. Hier ein kurzer Ausflug: Beim Zwiebelprinzip besteht die Absicht, die Körpertemperatur stÀndig konstant zu halten. Ungeachtet dessen, ob du in der Liftschlange stehst oder deine Beine im Tiefschneehang beginnen, vor Anstrengung zu zittern. Der Vorteil des Zwiebelprinzips ist, dass du deine Skibekleidung situativ anpassen kannst. Bei Hitze gibst du die Skijacke oder einen Midlayer in den Rucksack und sollte es kÀlter werden, kannst du einen weiteren Midlayer hervorholen.

Jeder Layer ĂŒbernimmt dabei ĂŒbrigens eine bestimmte Funktion:

SKIUNTER­WÄSCHE/FIRST-/BOTTOM­LAYER

Ist meist aus natĂŒrlicher Merinowolle oder aber synthetisch hergestellten Fasern wie Polyester oder Plyamid, um die Feuchtigkeit schnell vom Körper zu transportieren. Im besten Fall ist das Material darĂŒber hinaus noch geruchsunempfindlich

MIDLAYER

Der Midlayer ist dafĂŒr da, die Temperatur im Inneren konstant zu halten. Die Feuchtigkeit, welche vom Bottomlayer aufgenommen wird, soll dabei den Midlayer passieren, ohne eine VerĂ€nderung der Temperatur hervorzurufen. Dies ist möglich, da Luft ein sehr schlechter WĂ€rmespeicher ist – was sich erst schlecht anhört, ist aber genau das, was du brauchst. Denn weder die warmen DĂ€mpfe im Inneren erhöhen die Temperatur, noch sorgen die kalten Außentemperaturen dafĂŒr, dass du auskĂŒhlst. Je grĂ¶ĂŸer das Luftvolumen zwischen Bottomlayer und Hardshell, desto wĂ€rmer ist/wird dir. Materialien wie Daunen beispielsweise bauschen sich leicht auf und schließen viel Luft ein – entsprechend halten sie warm. Hier gilt es also herauszufinden, wie sportlich du dich betĂ€tigst und welche Form und wie viele Midlayer Sinn ergeben. HĂ€ufig reichen ein langĂ€rmliger Midlayer und eine zusĂ€tzliche Weste aus Daunen, die bei Bedarf an oder ausgezogen werden kann. 

HARDSHELL

Die Ă€ußerste Schicht ist dafĂŒr zustĂ€ndig, dich vor Wind und Wetter zu schĂŒtzen. Schnee, Regen aber auch Sonne gilt es standzuhalten. Die Feuchtigkeit aus dem Inneren der Jacke, wird ĂŒber feine Poren nach außen gegeben. Verschiedene Membranen sorgen Gemeinsam dafĂŒr, dass deine Jacke, sowohl Schnee als Regen fernhĂ€lt, wĂ€hrend die WĂ€rme entweicht.

Wasserresistenz und Verarbeitung der NĂ€hte

NatĂŒrlich sollte deine Bekleidung dich vor Schnee und NĂ€sse schĂŒtzen, weshalb du einen Blick auf die WassersĂ€ule werfen solltest. Diese sollte bei einem Wert von 10.000 mm beginnen. Je nach Membran kann die WassersĂ€ule auch zwischen 20.000 und 30.000 mm betragen. Sollte dir das noch nicht reichen, kannst du zusĂ€tzlich darauf achten, dass die NĂ€he verschweißt oder speziell geklebt sind. Denn das hĂ€ufigste Problem ist nicht etwa, dass das Material der Skijacke oder-hose versagt, sondern dass bei Starkregen und Sturm Wasser durch die NĂ€hte ins Innere gelangt.

Worauf du bei der Skijacke sonst noch achten solltest

Es gibt mittlerweile Skijacken fĂŒr jeden Einsatzzweck und einige bringen zusĂ€tzlich noch nĂŒtzliche Features mit. Ein eingenĂ€hter (Tief)Schneeschutz beispielsweise verhindert, dass bei rasanten Fahrten im GelĂ€nde Schnee unter die Skijacke gerĂ€t. Wer den ganzen Tag seine SchwĂŒnge auf der Piste zieht, kann auf dieses Feature aber wohl verzichten.

Ähnlich verhĂ€lt es sich mit einer Kapuze. Wenn du lediglich Skifahren bist, wenn der Himmel strahlt, kannst du wohl auf eine Kapuze verzichten. Bist du allerdings, egal bei welchem Wetter immer der erste am Lift sollte eine Kapuze wohl ganz oben auf deiner Prio-Liste stehen.

Gleiches gilt fĂŒr die so genannten Recco-Reflektoren. Ein in viele Winterjacken eingenĂ€hter Reflektor, der ohne zusĂ€tzliche Stromversorgung auskommt, sorgt dafĂŒr, dass du auch aus weiter Entfernung von Suchtrupps aus einem Helikopter beispielsweise gefunden werden kannst. Das muss nicht zwangslĂ€ufig immer eine Lawine sein aber selbst wenn du bei starkem Nebel die Orientierung verlierst, ist es besser mehr Sicherheitsfeatures an sich zu tragen als zu wenig. 

Hoffentlich konnten wir dir einen kleinen Überblick ĂŒber wichtige Punkte beim Kauf deiner nĂ€chsten Skijacke oder Skibekleidung ganz allgemein geben. Hoffentlich sehen wir dich demnĂ€chst einmal in einer unserer Filialen beim Anprobieren deiner zukĂŒnftigen Skijacke oder beim Kauf deiner neuen Ski!

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