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INTERSPORT Blog | Lesezeit: 6 Minuten

Welcher Fahrradhelm ist der richtige?

Inhaltsverzeichnis

Bis heute habe ich keine gute Ausrede gehört, weshalb es gerechtfertigt sein sollte, keinen Helm aufzusetzen. Eine vom Fahrtwind zerzauste Frisur lässt sich meist mit weniger Aufwand korrigieren, als ein vom Asphalt gezeichneter Schädel. Ja, ein Fahrradhelm ist noch nicht auf den Laufstegen dieser Welt angekommen – zumindest nicht, um auf die Sicherheit im Straßenverkehr aufmerksam zu machen. Und dennoch gibt es mehr als genügend Modelle und Farbvariationen, mit denen du nicht auffällst und dennoch sicher durch die Straßen und Wälder fährst. Wir zeigen dir heute, worauf es bei der Wahl des richtigen Fahrradhelmes ankommt. Völlig egal ob es dabei um einen Fahrradhelm für dich oder um einen für Kinder geht.

Überaschenderweise steht beim Helm nicht die Optik an erster Stelle. Sieh einer an! Doch genauso wenig sollte der Preis bei einem Fahrradhelm im Vordergrund stehen. Ein Fahrradhelm muss vor allem richtig sitzen und darf dich nicht in deiner Bewegungsfreiheit einschränken. Natürlich gibt es auch Vollvisier-Fahrradhelme aus dem Downhillsport aber für die reicht der Blick nach vorne. Einen Schulterblick wie im Straßenverkehr gibt es hier eher nicht.

Das Material von einem Fahrradhelm

Frühere Fahrradhelme gab es unteranderem als Softshell oder Weichschalen-Helme. Sie bestanden lediglich aus einer Hartschaumschale und hatten keine Außenschalen. Heutige Sicherheitsstandards erlauben diese Art von Helm jedoch nicht mehr. Das genaue Gegenstück hierzu sind die Hardshell- oder eben Hartschalenhelme. Neben einer inneren Hartschaumschale haben sie zusätzlich noch eine Außenschale. Beide werden in einem späteren Verfahren miteinander verbunden. Hardshell-Helme gelten als stabiler und robuster sind aber auch verhältnismäßig schwer, weshalb sie meist bei Vollvisierhelmen verwendet werden.

Heutige Fahrradhelme werden als In-Mo(u)ld-Helme bezeichnet und werden im gleichnamigen Verfahren hergestellt. Im In-Mo(u)ld-Verfahren wird die Hartschaum-Innenschale unter großem Druck und Hitze über die ganze Fläche buchstäblich mit der Außenschale verschweißt. Dieses Verfahren bietet noch einmal mehr Sicherheit als das punktuelle Verkleben zwischen den Innen- und Außen-Schale. Es spielt im übrigen keine Rolle, ob du einen Fahrradhelm für dich oder deine Kinder suchst, da diese Verfahren für alle Modelle angewendet werden!

Wir haben es eben schon angedeutet: Viele Fahrradkategorien haben auch ihren eigenen Helmtyp. Welche das sind, zeigen wir dir hier:

Rennrad-Helm

Helme für Rennradfahrer müssen auch dann noch angenehmen zu tragen sein, wenn du bereits 100 km auf dem Fahrradsattel gesessen bist. Ein zu schweres Modell, kann am nächsten Morgen zu einer verspannten Nacken- und Schultermuskulatur führen. Neben einer leichten Bauweise sind eine gute Aerodynamik und große Lüftungsschlitze wichtig. Gerade bei heißen Tagen helfen schweißabsorbierende Polster zusätzlich, dass dir der Schweiß nicht ständig in die Augen läuft.

Cityrad-Helm

Eine gute Ventilation spielt bei einem Fahrradhelm für die Stadt meist eine untergeordnete Rolle, da die Strecken, die zurückgelegt werden müssen eher kurz sind. Diese Tatsache verzeiht meist auch das höhere Gewicht bei City-Helmen. Im Gegensatz zu Helmen mit großen Lüftungsschlitzen schützen geschlossene Helme dafür besser vor Regen und Wind – die Frisur ist zwar trotzdem im Eimer, die Haare sind dafür aber trocken! Ein Punkt, den du bei Cityhelmen mitbedenken solltest, ist die Sichtbarkeit. Gute Modelle zeichnen sich durch zusätzliche Reflektoren oder bereits verbaute LED Lichter aus.

MTB-Helm

Im Gegensatz zu Rennradhelmen sind MTB-Helme meist so konstruiert, dass sie tiefer geschnitten sind, wodurch ein größerer Schutz des Hinterkopfes ermöglicht wird. Auch sind die Lüftungsschlitze anders konstruiert, um bspw. bei langsamen und anstrengenden Fahrten bergauf eine gute Belüftung zu ermöglichen.

*die Lüftungsschlitze bei einem Fahrradhelm für Rennradfahrer/innen sind so konstruiert, dass der Fahrtwind durch sie hindurchströmt. Dieser Luftstrom reißt bei langsamen (MTB)Fahrten bergauf auf, weshalb hier eine andere Konstruktion erforderlich ist.

Zusätzlich schützt ein Visier vor strahlendem Sonnenlicht und aufspritzendem Dreck. Verglichen mit den Rennradhelmen sind MTB-Helme schwerer.

Kinderhelm

Auch Kinder wollen ihren Kopf geschützt wissen. Kinderhelme sind ähnlich aufgebaut wie Cityrad-Helme. Der Unterschied liegt darin, dass deren Bauweise auf den Kopf der meisten Kinder zugeschnitten ist. Das bedeutet eben nicht nur, dass ein Kinderhelm optisch auch den Geschmack der Nachwuchs trifft. Was nicht heißen soll, dass du als erwachsener Mensch nicht auch einen neongrünen Dino Helm fahren darfst! An erster Stelle steht jedoch der Aspekt der Sicherheit. Fahrradhelme für Kinder sind häufig noch auffälliger gestaltet, wodurch sie sich gut aus der Masse hervorheben. Bezüglich des Materials gibt es jedoch keine Abstriche beim Kinderfahrradhelm. Ein Fahrradhelm, der den Stgvo-Vorgaben entspricht, bietet optimalen Schutz – ganz egal ob das ein Helm für Erwachsene oder für Kinder ist. Reflektoren oder LED Lichter helfen zusätzlich dabei, im Straßenverkehr gesehen zu werden.

Die richtige Größe von deinem Fahrradhelm: So misst du richtig!

Alles, was du brauchst, um die richtige Größe von deinem Fahrradhelm zu bestimmen, ist ein Maßband. Gemessen wird der Teil des Kopfes mit dem größten Umfang:

      1. Lege dafür das Maßband mittig deiner Stirn an
      2. Führe es kreisförmig um den Hinterkopf herum (ca. 1cm oberhalb der Ohren)
      3. Führe das Maßband zurück zum Anfang und ließ den Wert ab

Mit deinem abgelesenem Wert kannst du nun zwischen den Größentabellen verschiedener Fahrradhelm-Hersteller springen und dir genau aussuchen, welcher Helm zu deiner Kopfform passt. Bei der richtigen Wahl kannst du zusätzlich darauf achten, ob der passende Helm hinten eine Möglichkeit bietet, das Gestell nach Bedarf enger oder weiter zu stellen. Gerade wenn du das ganze Jahr auf zwei Rädern unterwegs bist, wirst du dich freuen, in der kalten Jahreszeit, eine dünne Mütze unterm Helm tragen zu können.

Wann den Fahrradhelm austauschen?

So wie bei vielen andere Materialien auch, kommt es mit der Zeit vor, dass sich die Verbindungen der Schalen lösen im Helm und sich die Struktur des Materials ändert. Diese Veränderungen können mit der Zeit dazu führen, dass der eigentliche Hartschaum porös wird und die Erschütterungen eines Aufpralls nicht mehr absorbieren kann. Grundsätzlich sagt man, dass ein Fahrradhelm nach 5-6 Jahren erneuert werden sollte, wenn man bis dahin sturzfrei unterwegs war.

Nach einem etwas gröberen Unfall, bei dem du merklich auf den Kopf gestürzt bist, solltest du dir umgehend einen neuen Helm zulegen. Ähnlich wie bei Carbon, kann es sein, dass bereits kleinste Risse im Material dazu führen können, dass der gesamte Helm bei einem verhältnismäßig unspektakulärem Sturz in zwei springt, ohne irgendeine Art von Schutz zu garantieren. Lieber auf Nummer sicher gehen und einen neuen Helm kaufen, als mit einem angebrochenen Innenhelm einen Unfall auf der Straße zu haben!


Jetzt solltest du einen kleinen Überblick über gängige Fahrradhelmtypen erhalten haben. In unserem Online-Sortiment findest du darüber hinaus viele Fahrradhelme von Marken wie Alpina und Uvex, die dich oder/und deine Kinder auch in Zukunft sicher von A nach B bringen. Wenn dir noch eine Frage zum Thema Fahrradhelm oder einem passenden Modell für deine Kinder hast, schreib uns am besten auf Insta oder Facebook und wir versuchen dir deine Frage zu beantworten. Bis zum nächsten Mal!

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