INTERSPORT Blog | 9. JULI 2020 | Lesezeit: 7 Minuten

Wie reinige ich mein Fahrrad und welches Zubehör brauche ich?

Inhaltsverzeichnis

Irgendwann wirst auch du vor dem Punkt stehen, dass der Rahmen von deinem geliebten Bike entweder einfach nur saumäßig ausschaut oder aber, dass es bei jedem Tritt quietscht und knarzt. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem du dich mit Reinigungsmittel bewaffnen solltest, um mit dem richtigen Zubehör dem Schmutz den Kampf anzusagen.

Das Bike beim Fahren sauber zu halten, scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Und das gilt für alle Räder, egal ob MTB oder Trekkingbike. Spätestens im trockenen Sommer kleben irgendwann  Staub und Sand an Kette und Schaltwerk. Und wenn es dann einmal regnet, sieht es eher dreckiger aus als vorher. Da helfen häufig auch die besten Schutzbleche nicht. Was also tun?

In diesem Blogbeitrag findest du eine Anleitung, die dir dabei hilft, längerfristig etwas von deinem Fahrrad zu haben. Nicht nur, dass du mit den Maßnahmen die Lebensdauer von Verschleißteilen wie Lagern, Kette und Ritzelpaket, etc. erhöht. Das Fahrrad fährt sich ganz einfach auch länger so, wie es soll. Irgendwann wird natürlich trotzdem ein Service fällig aber die Zeiträume zwischen den Services verlängern sich deutlich, was den Geldbeutel schont.

welches Zubehör fürs Fahrrad du vorab brauchst:

  • Einen großen Schwamm oder mehrere alte Tücher/Fetzn
  • Reinigungsmittel (achtet darauf, dass euer Reinigungsmittel biologisch abbaubar ist, wenn ihr vorhabt, euer Fahrrad draußen sauber zu machen)
  • Ein paar alte Zahnbürsten oder aber spezielle Fahrrad-Reinigungsbürsten
  • Kettenöl
  • Gabelöl

Einweichen

  1. Warmes Wasser nehmen und das Fahrrad von oben bis unten mit einem Schwamm oder einem Tuch nass machen.
  2. Das Fahrrad mit Reinigungsmittel einsprühen und 5 Minuten einwirken lassen (ein guter Fahrradreiniger löst Öl und Fett gleichermaßen)
  3. Mit einem Schwamm und warmem Wasser den Dreck vorsichtig von oben runterwischen (Den Schwamm oder Fetzn häufig ausspülen, um zu verhindern, dass Rückstände wie Steine das Rad beschädigen)

Im übrigen sprechen wir uns klar gegen die Nutzung eines Hochdruckreinigers aus. Dieser kann die Lager, Dichtungen und Beschichten von Teilen wie den Federelementen angreifen. Es besteht aber die Möglichkeit, mit einem Gartenschlauch zu arbeiten – warmes Wasser ist trotzdem besser, da Öl und Fett schneller aufgelöst werden.

Kette, Schaltwerk und Ritzelpaket reinigen

Da sich an diesen Fahrradteilen bekanntlich am meisten Dreck ansammelt, kannst du hier vorab noch einmal Reinigungsmittel auftragen und dieses einwirken lassen (wieder 5 Minuten)

  1. Mit einem Fetzn den groben Dreck von der Kette und dem Schaltwerk wischen
  2. Im nächsten Schritt könnt ihr euch wieder einen Fetzn nehmen und diesen mit entfettendem Reinigungsmittel benetzen. Lasst die Kette nun mehrmals zwischen euren Fingern hindurchlaufen, sodass Dreck und alte Fettablagerungen verschwinden (Wenn dir ds zu umständlich ist, können wir dir ein Kettenreinigungsgerät empfehlen – letztes Endes eine Waschstraße für eure Kette – einmal mit Kettenreiniger auffüllen, ein paar Mal durchlaufen lassen und fertig! 
  3. Wenn deine Kette verschmutzt ist, sind es vermutlich auch deine Schaltröllchen. Das sind die beiden Führungsrollen am Schaltwerk, die dafür sorgen, dass deine Gänge richtig springen und die Kettenlinie optimal ist. Hier kannst du auch mit einem Tuch oder einer Bürste arbeiten. Wenn dort besonders viel Dreck ist, nimmst du dir am besten einen etwas Flaches wie einen Schlitzschraubendreher und wickelst dort ein Reinigungstuch herum – jetzt solltest du vorsichtig alles an Dreck abbekommen. Wenn es gar nicht mehr geht, kannst du die Rollen auch kurz abmontieren und reinigen. Dann kommt man auch an die Lager heran. Achte jedoch beim Einbau darauf, dass sie wieder mit der richtigen Beschriftung zu dir zeigen, sonst läuft die Kette nicht sauber.
  4. Für das Ritzelpaket nimmst du entweder eine zusammengefaltetes Tuch, mit dem du die Zwischenräume der Ritzel reinigen kannst oder aber eine spezielle Bürste – es gibt schließlich für alles das passende Tool.
  5. Wenn alle diese Komponenten wieder strahlen, hast du es fast geschafft. Jetzt gilt es, die Kette wieder zu fetten. Nimm dazu ein passendes Kettenöl oder Wachs und trage es auf die Kette auf und entferne anschließend überschüssiges Öl.

Dein Antrieb sollte jetzt wieder einbandfrei laufen. Sollte sich nach längerer Zeit, ein Knacken und Knirschen einschleichen, was sich nicht durch das normale Reinigen beseitigen lässt, kann es durchaus sein, dass das Tretlager ausgetauscht werden muss.

Federelemente reinigen

Federelemente, egal ob Federgabel oder Dämpfer, sind vermutlich mit die empfindlichsten und teuersten Komponenten an einem Fahrrad. Entsprechend sensibel musst du diese behandeln. Die Standrohre von Dämpfern und Federgabeln sind speziell beschichtet. Während der Fahrt bewegen sich die Standrohre unermüdlich im Casting auf und ab, wobei sie jedes Mal an den Staubringen entlangrutschen. Bei guten Federelemente durchlaufen die Standrohre im Inneren ein kleines Ölbad, wodurch sie zusätzlich geschmiert werden. Dein Job ist es also dafür zu sorgen, dass die Standrohre sauber und die Staubringe makellos bleiben, sodass die Schmierung optimal läuft.

  1. Mit einem Tuch gilt es, groben Dreck von den Standrohren zu entfernen (Gabel und Dämpfer gleichermaßen)
  2. Mit einem feinen Tuch kannst du die Standrohre nun noch einmal „aufpolieren“ achte darauf, dass kein Dreck um die Staubringe
  3. Mit einem Pinsel, einer feinen Spritze oder aber einem feinen Tuch kannst du nun Gabelöl auf die Standrohre auftragen und langsam runter laufen lassen. Je nach Gabel kannst du auch die Spiralfeder um den Staubring lösen, sodass die Dichtung das Öl besser aufnimmt. 
    (informiere dich vorab unbedingt, welches Gabelöl deine Gabel braucht. Die Standrohre werden nämlich im inneren der Gabel oder des Dämpfers geschmiert. Wenn du jetzt WD40 nimmst, verdrängt dieses das Öl, was auf längere Sicht dazu führen kann, dass die Gabel trockenläuft! Wenn du einen netten Fahrradshop um die Ecke hast, frag ihn, ob er dir etwas abfüllt (mit ein paar Cl in einem alten Pesto-Glas kommt man lange aus). Nehmt ein wenig Geld für die Kaffeekasse mit oder bringt den Jungs und Mädels zu Feierabend ein kaltes Bier vorbei!)
  4. Das Öl muss ein paar Minuten einziehen, danach heißt es: Feder wieder über die Staubringe geben, ein paar Mal leicht einfedern und los geht´s!

Lohnt es sich, die Reifen bei einem MTB oder einem anderen Bike zu pflegen?

Ein ganz klares JEIN. Anders als beim Auto, wo es durchaus Sprays etc. gibt, um den Reifen langlebiger zu machen, findet man so ein Pflegeprodukt beim Fahrradzubehör eher selten. Einer der Gründe dafür ist, dass die Reifen am MTB oder Cityrad eine viel weichere Gummimischung haben. Das führt auf der einen Seite dazu, dass entsprechende Reifen länger brauchen, um spröde zu werden aber auf der anderen Seite sorgt es dafür, dass diese schneller abnutzen. Grundsätzlich ist es also so, dass dein Fahrrad, wenn es häufig benutzt wird, in regelmäßigen Abständen neue Reifen bzw. einen neuen Mantel bekommen sollte. Reifen beim MTB oder beim Trekkingbike nutzen sich also schneller ab, als das die spröde werden können. Du kannst bei spröden Reifen natürlich etwas Silikonspray auf die Flanke geben, sei dir aber darüber im Klaren, dass dies den Reifen auf glatten Untergründen auch rutschiger macht.

Unser Tipp: Hier beim Zubehör sparen, mehr Radfahren und sich den neuen Mantel ertreten!

Dein Fahrrad ist nun wieder sauber und perfekt geschmiert. Mit der Zeit kann es natürlich dennoch sein, dass Dichtungen und Lager verschlissen sind. Wer nicht das passende Werkzeug zur Hand hat oder aufgrund zweier linker Hände lieber nichts kaputt machen möchte, der kann sein Fahrrad natürlich einfach in den Service geben. Viele Fahrradshops bieten einen Komplettservice an, in dem dein Rad komplett zerlegt wird. Wenn du dir und dem Mechaniker einen Gefallen tun willst, dann schreibst du vorab eine kurze Liste zusammen mit dem was gemacht werden soll oder was dir vielleicht beim Fahren aufgefallen ist. Fahrradmechaniker sind wie wir alle nicht unfehlbar und können wesentlich effektiver arbeiten, wenn sie vorab wissen, nach welchen Problemen sie Ausschau halten sollen.

Hoffentlich rollt dein Fahrrad nun wieder wie am ersten Tag. Wenn du noch Fragen zum Thema Bike hast oder du dir einen anderen Blogbeitrag über Fahrradzubehör erhoffst, dann lass es uns wissen. Bis dahin!
 

 

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