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Fenninger: Schulskikurse verpflichtend einzuführen, wäre eine absolut falsche Entscheidung

02.03.2011

Schulskikurse per Verordnung würden nur Widerwillen erzeugen, nimmt Gabriele Fenninger, Vorstand der Intersport Österreich zur aktuellen Diskussion rund um Winterschulsportwochen klar Stellung. Die Jugend betreibe immer weniger Sport, so Fenninger. Verpflichtende Schulskikurse seien keine Lösung.

Das Desinteresse am Skisport und auch die fehlende körperliche Kondition vieler Kinder wäre für Lehrer und Skilehrer eine Belastung und für die Kinder eine zusätzliche Demotivation. Fenninger: „Die Herausforderung liegt darin, Kinder frühzeitig zu motivieren und Spaß an Sport und Bewegung näher zu bringen. Und das beginnt schon lange vor der Schule.“

Intersport-Vorstand: „Die Jugend betreibt immer weniger Sport“
Natürlich koste ein Skiurlaub Geld. Im Verhältnis zum Einkommen habe sich in den vergangenen Jahrzehnten allerdings nichts geändert. Fenninger, seit 30 Jahren bei Intersport: „Der finanzielle Aufwand wird überwiegend nur als Ausrede verwendet. Wer Skifahren möchte, der geht auch Skifahren.“ Dies belegen auch die aktuellen Umsätze des Sportfachhandels. Ein Kinderskiset sei günstig in der Anschaffung, die Preise in den vergangenen Jahren vielmehr gesunken. Und entsprechende Winterbekleidung gehöre in Österreich zur Grundausstattung.

All-Inklusive-Urlaub sei kein Ersatz für den Winterurlaub
Es sei zudem falsch, alles auf die Schule abzuwälzen. „Alles was im Vorschulalter verabsäumt wird, kann später nur schwer nachgeholt werden. Bewegung, Teamfähigkeit, Motivation, sich Ziele setzen – all das vermittelt der Sport“, so der Vorstand. „ Ein All-Inklusive-Urlaub im Süden, mit getrenntem Animationsprogramm für Eltern und Kinder, ist wohl kaum vergleichbar mit dem Erlebnis eines Winterurlaubes.“

„Wenn sich die Kinder aus eigenem Antrieb eine Winterschulsportwoche wünschen, dann macht es auch den Lehrern wieder Spaß und dann erübrigt sich so manche Diskussion“, erklärt Gabriele Fenninger. Am Beispiel Schlitter würde sich die negative Entwicklung zeigen: „Früher haben die Eltern ihre Kleinkinder auf den Plastikski die ersten Schritte im Schnee machen lassen. Die Freude am Skifahren hat sich dann automatisch eingestellt.“ Heute würden viele den Begriff Schlitter nicht einmal mehr kennen. Die Intersport-Chefin warnt polemisch: „Wenn es so weitergeht, dann wird künftig wohl auch Radfahren für Kinder per Verordnung kommen.“