INTERSPORT Österreich :: Aktuell - Blog :: - Ein Mann, der im Triathlon Limits verschiebt ::
|Mehr

Ein Mann, der im Triathlon Limits verschiebt

28.11.2013

Österreichs Behindertensportler schreiben regelmäßig Geschichte. Einer, der mit seinen Leistungen die Grenzen des Möglichen verschiebt, ist Tom Frühwirth. Der 32-Jährige kürte sich heuer auf Hawaii zum Ironman-Weltmeister. Der Intersport-Blog sprach mit dem Steirer über seine Erfolge im Jahr 2013, die nächsten Ziele und die Weiterentwicklung des Behindertensports.

Wie stolz der Rollstuhlsportler Tom Frühwirth auf seine Leistungsbilanz des Jahres 2013 ist, hört man der Stimme des 32-Jährigen an, wenn er über das Erreichte spricht: „Als Rekordhalter kann ich mich nun mal zurücklehnen und schauen, ob Andere an meine Rekordzeit herankommen“, sagt Tom Frühwirth über seinen Titel als „King of Kona“. So darf sich der Sieger des Ironman auf Hawaii im Herbst nennen, der Erfolg bedeutete gleichsam auch den Weltmeistertitel. In seiner Klasse waren inklusive Titelverteidiger nur vier qualifizierte Rollstuhlfahrer am Start, insgesamt nahmen an diesem Ironman 2400 Athleten Teil. Tom belegte den 60. Gesamtrang. Er schwamm 3,8 Kilometer, spulte 180 Kilometer mit dem Handbike ab und beendete den Wettbewerb nach dem Marathon im Rennrollstuhl mit einer Gesamtzeit von knapp über 9 Stunden - eine „ Fabel-Rekordzeit“, sagt er.

Neue Herausforderung für 2014

Tom Frühwirth fühlt sich vor allem auf dem Handbike zuhause: In der Vorbereitung auf Hawaii nahm er heuer gemeinsam mit Manfred Putz als UltraHandbikeDuo sowohl das Race Around Slovenia , als auch das Race Around Austria in Angriff. „Wir haben diese Rennen als weltweit erste Rollstuhlsportler im Zweier-Team in Angriff genommen. Ohne ein perfektes Betreuerteam wäre das niemals gegangen.“ Für Frühwirth und Putz war das Finishen der beiden Rennen aber mehr: Es waren zwei monströse Testläufe. Denn im kommenden Jahr wollen sie mit demselben Team das Race Across America bestreiten. Dieser Wettkampf ist mit der rot-weiß-roten Radsport-Geschichte durch Athleten wie Rekordhalter Christoph Strasser oder Wolfgang Fasching eng verknüpft, soll aber 2014 um ein Kapitel reicher werden: Das UltraHandbikeDuo will sich als Finisher in die Geschichtsbücher eintragen. „Das ist absoluter Teamsport. So ein Projekt teilt sich zu je dreißig Prozent in Vorbereitung und Teamleistung, nur vierzig Prozent haben wir als Athleten während des Wettkampfes selbst in der Hand.“

 

 

Zwischen Pioniergeist und Nachwuchsförderung

Tom Frühwirth ist seit einem Motorradunfall im Jahr 2004 querschnittgelähmt. Dem Triathlon-Sport widmet er sich nun schon seit einigen Jahren, inzwischen trainiert er im Olympiazentrum Salzburg : „Die Möglichkeiten für Behindertensportler sind dort optimal. Es gibt in Österreich doch einige Pioniere im Behindertensport, darauf können wir stolz sein. Wir haben viel voneinander gelernt und für mich gab es, dank des Programms in Salzburg, einen Leistungsschub.“ Dennoch wünscht er sich, dass noch mehr behinderte Menschen den Weg in den Sport finden: „Ich freue mich über jeden Athleten, der versucht, sein Potenzial auszureizen!“, bekennt er sich. Er blickt etwas wehmütig ins Ausland: „Die Sportverbände in der Schweiz oder in den USA sind da schon ein Stückchen weiter. Dort werden schon Kinder im Volksschulalter gefördert, gibt es im Behindertensport eine professionelle Nachwuchsarbeit. Es muss in die Köpfe, wie wichtig Sport für das Selbstvertrauen ist.“

Weiterer Beitrag zum Thema
„Querschnittslähmung ist ein tagtäglicher Hindernislauf“

Sie haben Tipps oder Anregungen? Unser Blog-Autor michael.vielhaber_(a)_intersport.at freut sich über Nachricht!