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„Wir haben die Bike-Entwicklung selbst in der Hand“

18.11.2013

Seit dem Jahr 1995 vertreibt Intersport Bikes der Exklusivmarke Genesis, tatsächlich werden am Welser Hauptsitz von Intersport Austria aber schon viel länger Fahrräder entwickelt. Der Intersport-Blog sprach mit Thomas Reisinger, dem Chefentwickler der Genesis Bikes über aktuelle Trends, seine Leidenschaft für zwei Räder und den Qualitätsanspruch der Exklusivmarke.

Entstehen wirklich alle Genesis-Bikes auf diesem Schreibtisch?

Wir machen die komplette Eigenentwicklung der Bikes bei uns im Haus: Design, Spezifikationen und die Produktion nach unseren Vorgaben - das alles haben wir selbst in der Hand. Unser Ziel ist es, ordentliche Produkte auf den Markt zu bringen, die qualitativ sehr hochwertig sind. Das schätzen die Kunden, immerhin steht Genesis bei der Anzahl der verkauften Bikes am Markt mit renommierten Herstellern wie KTM unter den Top drei.

Also dann: Wie entsteht ein Bike?

An vorderster Stelle steht natürlich ein Konzept, dass auf die Trends Rücksicht nimmt. Wir beginnen dann mit Handskizzen und bringen unsere Ideen zu Papier. Wir bestimmen jedes Detail bis hin zu Schweißnaht selbst, der Rahmen ist ja das Herzstück jedes Fahrrades. Wir entwickeln Bikes für den Alltagsfahrer, deshalb integrieren wir in unsere Bikes viele Features, die ein individuelles Nachrüsten ermöglichen - egal, ob es dann ein Radständer oder ein Gepäckträger sein soll.

Und wer macht das Design?

Na auch wir. Ein ganz wichtiger Punkt sind die Dekore, darauf legen wir besonderes Augenmerk! Erst danach geht es an das Eingemachte, die Spezifikationen. Ein Bike besteht aus bis zu 70 Einzelteilen, sogar der Sattel bekommt von uns ein eigenes Design verpasst. Vom Carbon-Bike bis zum Kinderrad,
ich kann gar nicht sagen, was mir persönlich mehr Spaß macht.

Welches Bike fährt ein Raddesigner denn privat?

(lacht) Sehr viele. Vom Rennrad, über Cross-Country bis zum Downhiller - früher bin ich sogar Downhill-Rennen gefahren. Das hilft mir natürlich im Job, weil dir da ständig etwas auffällt, das man noch verbessern kann. Aber ich sitze sicher auf fünf bis sechs verschiedenen Rädern.

Woher kommt die Inspiration?

Wenn man den Sport selbst betreibt, dann kommen die Ideen fast von selbst. Ich fahre oft stundenlang durch den Wald und plötzlich überkommt mich wieder ein zündender Gedanke. Und wenn man dann unterwegs ist, kommt man ja mit Gleichgesinnten zusammen und tauscht sich aus. Es ist wie so oft im Leben: Man muss nur die Augen offen halten.

26 Zoll, 27,5 Zoll oder 650B und „Twentyniner“ – wohin geht der Trend nun wirklich?

Das ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. In Österreich sind die 29-Zoll-Bikes weiter auf dem Vormarsch, weil es eben durch das bessere Überrollverhalten und andere Dinge viele Vorteile bietet. In südlichen Ländern, wo der Durchschnittsbürger etwas kleiner ist, dort kommt die neue Laufradgröße 650B dementsprechend gut an. Diese Größe ermöglicht zudem wieder etwas mehr Federweg als bei einem Twentyniner.

Man kann also endlich für jede Körpergröße das perfekte Bike anbieten?

Genau, ich würde das nicht so sehr auf eine Glaubensfrage reduzieren. Wenn eine Laufradgröße Vorteile bringt, dann sollte man darauf auch zurückgreifen. Beim Carvingski war ja anfangs auch nicht jeder davon überzeugt und die Meinungen gingen auseinander. Die Vielfalt macht's.

Genesis besticht durch das Preis-Leistungs-Verhältnis, wodurch ist das möglich?

Bei Intersport arbeiten wir sehr effizient und suchen aus diesem riesigen Puzzle die besten Teile heraus. Wir haben einige Vorteile bei Beschaffung, Vertrieb und Marketing - das nutzen wir natürlich aus und geben den Preisvorteil an die Kunden weiter.

Die jungen Talente des Genesis Mountainbike-Racing-Teams fahren das Serienmodell des Genesis Evolution Team 29“ - stimmt das?

Das ist tatsächlich so gut! Das ist Eins zu Eins das gleiche Material wir bei anderen Marken. Wir wissen ja, wie und wo die ihre Teile produzieren lassen und diese einkaufen. Außerdem fahren wir unsere Bikes ja selbst und wissen, was funktioniert - und was nicht. Wer's nicht glaubt, der sollte es testen.

In welchem Bereich gibt es das größte Verbesserungspotenzial?

Der Level ist bereits extrem hoch, im Moment geht es vor allem um die Systemintegration. Das größte Potenzial ist derzeit aber sicher im eBike-Bereich zu heben, da geht es weiterhin darum, die Alltagstauglichkeit zu verbessern.

Was gibt’s bei den Rennrädern Neues?

Da dreht sich alles ums Carbon - von oben bis unten. Das zieht sich nun auch in die niedrigeren Preisklassen. Elektronische Schaltungen sind der Hit und auch Scheibenbremsen sind inzwischen ein Thema bei Rennrädern. Grund: Bessere Dosierbarkeit bei Schlechtwetter sowie langen Abfahrten. Außerdem verschleißt die Felge nicht so schnell - allerdings wirkt sich dieses Bremssystem wieder auf das Gewicht aus.


 
Thomas Reisinger ist bei Intersport Austria für die Produktentwicklung der Genesis Bikes verantwortlich. Auch privat sitzt er lieber im Fahrradsattel als auf der Couch.


 
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